von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Hier könnt ihr Fragen loswerden welche ihr keiner spezifischen Kathegorie zuordnen könnt
test01
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von test01 » 10. Sep 2018, 11:58

@ullr
... einen Stil entwickelt hat ... schreibst Du.
Hm. Das ist ja das Problem. Nach einem Jahr Bogenschiessen war ich bei 550 Ringen (72 Schuss) mit einer
merkwürdigen "Technik" ( Die Zughand blieb am Wangenknochen, nur der Bogenarm hat geschoben bis zum Klick ).
Als Anfänger war nur das Treffen interessant... Wie war sekundär. Da freut man sich auf das zweite Jahr, da ja durch fleissiges
Training die Ringzahlen nur noch besser werden können.
Im zweiten Jahr mit dem Versuch, die Technik sauber zu erlernen waren es jedoch nur noch 500 Ringe... autsch. Da stecke ich jetzt und versuche mit vernünftiger Technik die 550 zu knacken. Aber ob man nach 2 Jahren (dabei das erste Jahr mit einer falschen Technik verbrachte) schon einen Stil entwickelt hat? Eher nicht. Daher denke ich, dass mein Schiessen noch formbar ist und ich bin gewillt, Tips von erfahrenen Leuten, die auch mit didaktischem Geschick Dinge vermitteln können, anzunehmen.
Gestern noch 60 Pfeile nach Methode 1 versucht, landeten anfangs alle links, ...nach Visier nachstellen, lagen sie
recht gut beieinander , obwohl ich beim Schiessen nicht das Gefühl hatte, dass sie gut säßen.
ullr hat geschrieben:
10. Sep 2018, 09:50
Bei 1 schlägt der untere Wurfarm an den Oberschenkel, bei 2 dreht sich der Bogen vor dem Körper des Schützen*in frei.
ok, ich muss erst sortieren, um welche Achse Du das mit der Drehung meinst
Wahrscheinlich das häufig zu sehende Abkippen des Bogens nach dem Schuss?
Und das findet bei Methode 1 nicht statt?


Zusätzliche Frage:
Gelegentlich sehe ich die Pfeile auf der zweiten Hälfte des Fluges... Fehler?

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ullr
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von ullr » 13. Sep 2018, 09:14

test01 hat geschrieben:
10. Sep 2018, 11:58
ullr hat geschrieben:
10. Sep 2018, 09:50
Bei 1 schlägt der untere Wurfarm an den Oberschenkel, bei 2 dreht sich der Bogen vor dem Körper des Schützen*in frei.
ok, ich muss erst sortieren, um welche Achse Du das mit der Drehung meinst
Wahrscheinlich das häufig zu sehende Abkippen des Bogens nach dem Schuss?
Und das findet bei Methode 1 nicht statt?
Wenn Du den Bogen locker in der Bogenhand hält, er wird also im Idealfall nur durch den Druck im Druckpunkt und der dadurch entstehenden Reibung zwischen Handoberfläche und Griffoberfläche gehalten (das wäre der extreme "Idealfall") dreht er sich nach dem Schuß immer um die Querachse, die durch den Druckpunkt geht -> Visualisierung dieser Drehachse: Du hälst mit der Bogenhand einen Besenstiel waagerecht und senkrecht zur Visierlinie, das wäre dann die Querachse, die ich meine.
Dreht sich gleichzeitig der ausgestreckte Bogenarm nach dem Schuß auf Grund der freiwerdenden Drehmomente, hervorgerufen durch die Schultermuskeln linksheröm (Von oben gesehen, Rechtshandschütze), wird am Ende der untere Wurfarmnock an den Oberschenkel des Schützen*in anschlagen, wenn es ein normaler stabilisierter Wettkampfbogen ist.
Zusätzliche Frage:
Gelegentlich sehe ich die Pfeile auf der zweiten Hälfte des Fluges... Fehler?
Lach... Schwer zu sagen... Wenn es um größere Schußentfernungen geht, bei Flugzeiten über einer Sekunde, ist es denkbar, dass Du ordenlich auf das Visier fixiert warst und auch geblieben bist, das ist aber mittlerweile aus dem Gesichtsfeld entschwunden, und Du siehst den Pfeil auf dem abfallendem Ast der Flugparabel, dann ist es ein idealer Schuß...
Siehst Du ihn manchmal auf 18m durch Dein Gesichtsfeld huschen, kann das auch nicht unbedingt darauf hinweisen, dass Dein Aufmerksamkeit plötzlich vom Visierpin auf die Scheibe umgesprungen ist. Der Pfeil steigt ja erst zwischen 5 und 8 m in Dein Blickfeld und bleibt dadrin. Vor allen Dingen wenn Du auffällige Federn hast.
Ich würde diese Beobachtung erstmal nicht besonders ernst nehmen, aber lass Dich mal von einem Kumpel schräg von vorne (Anstand von der Schießlinie ca 3m, seitlicher Abstand von der Visierlinie ca 1,5m - ja ja, ich weiß, die Sicherheitsfanatiker heulen auf, der Schießleiter verweist Dich des Platzes usw usf... Grins... Du und Dein Kumpel müssen sich halt geschickt anstellen- beobachten. Er soll nur auf Deine Gesicht achten. Der Beobachter sieht von diesem Standpunkt sofort, ob Du nach dem Schuß die Augen aufreißt, um den fliegenden Pfeil zu beobachten. Wenn das passiert, solltest Du einige Trainingseinheiten auf 10m Luftpistolenscheibe, schießen. Dabei abwechselnd mit offenen und geschlossenen Augen schießen.
Gruß und Klar doch,
"Gut Schuß!"
Christian
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oko_wolf
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von oko_wolf » 13. Sep 2018, 09:41

test01 hat geschrieben:
10. Sep 2018, 11:58
Gelegentlich sehe ich die Pfeile auf der zweiten Hälfte des Fluges... Fehler?
Ich sehe beim Zielen die Scheibe scharf (entgegen der aktuellen Meinung unseres Bundestrainers) und sehe meine Pfeile auf Distanzen >30...40m auf dem letzten Teil des Fluges. Für mich ist das kein Fehler.
__________
Viele Grüße
Wolf Dieter

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ullr
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von ullr » 13. Sep 2018, 12:31

oko_wolf hat geschrieben:
13. Sep 2018, 09:41
test01 hat geschrieben:
10. Sep 2018, 11:58
Gelegentlich sehe ich die Pfeile auf der zweiten Hälfte des Fluges... Fehler?
Ich sehe beim Zielen die Scheibe scharf (entgegen der aktuellen Meinung unseres Bundestrainers) und sehe meine Pfeile auf Distanzen >30...40m auf dem letzten Teil des Fluges. Für mich ist das kein Fehler.
Ja. Ich wiederhole mich: Wenn man einen gefestigten Stil hat, und man schießt gleichmäßig und gut, dann hat man keinen Grund, diesen zu ändern. Dann passt alles.
Und auch hier wiederhole ich mich: Es gibt keinen Grund, diesen Stil dann als allein seligmachend zu verkaufen, weil man damit Erfolg hat. Das ist jetzt kein Angriff auf Dich, Du machst es nicht, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Du schilderst Deinen Stil, mit dem Du Erfolg hast, und das ist auch gut so. Jeder kann vergleichen und soll lernen. Dazu sind Diskussionen da.
Aber jetzt eine logische Frage.
Welche Information braucht der Regelkreis des Gehirnes um die Richtung des Bogenarms hinsichtlich der idealen Visierlinie zu ändern?
Genau. Die Information, wo sich der Bogenarm gerade befindet.
Woher kriegt das Gehirn diese Information?
Genau, aus dem Vergleich der augenblicklichen Lage des Visierkornes zur idealen Lage auf der Scheibe.
Was bewegt sich?
Genau. Das Visierkorn. Die Scheibe ist statisch.
Und die Schlußfolgerung daraus:
Die Konzentration hat sich auf das Visierkorn zu richten.
Ich bin in vielen Dingen mit den offiziellen Aussagen von Bundes- und Startrainern über Kreuz, und zwar heftig, aber in diesem Fall deckt sich die Aussage von Haidn mit den allgemeinen Aussagen über das Visieren im Schießsport.
Gruß, nichts für ungut ;) und klar doch,
"Gut Schuß!"
Christian
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oko_wolf
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von oko_wolf » 13. Sep 2018, 12:47

ullr hat geschrieben:
13. Sep 2018, 12:31
... Es gibt keinen Grund, diesen Stil dann als allein seligmachend zu verkaufen, weil man damit Erfolg hat. Das ist jetzt kein Angriff auf Dich, Du machst es nicht, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Du schilderst Deinen Stil, mit dem Du Erfolg hast, und das ist auch gut so. ..
Deine Antwort habe ich jetzt auch nicht als Angriff empfunden. Ich würde das, was ich mache, nicht als der Weisheit letzter Schluß bezeichnen und verlangen, daß meine "Schützlinge" es genauso machen. Ich rate prinzipiell allen Schützen, die ich mehr oder weniger betreue, verschiedene Methoden auszuprobieren und ihren Stil zu finden. Bei grundsätzlichen Dingen muß man korrigierend eingreifen und versuchen echte Fehler zu vermeiden, bzw. die Technik umstellen, bei anderen Dingen ist es letztlich die Entscheidung des Schützen.
ullr hat geschrieben:
13. Sep 2018, 12:31
...
....Die Konzentration hat sich auf das Visierkorn zu richten.
Ich bin in vielen Dingen mit den offiziellen Aussagen von Bundes- und Startrainern über Kreuz, und zwar heftig, aber in diesem Fall deckt sich die Aussage von Haidn mit den allgemeinen Aussagen über das Visieren im Schießsport.
Ich habs versucht, ich komme damit nicht klar. Dazu kommt, daß meine Augen so schlecht sind, daß ich das Korn nicht sehen kann. Weder ein typisches Metallkorn (wie z.B. standardmäßig im Shibuya-Visiertunnel) noch einen Leuchtfaden, der bei mir so überstrahlt, daß ich kaum die Scheibe dahinter erkennen kann.
Ich schieße mit einer Lochblende, die ich zur Scheibe zentriere und das funktioniert besser, wenn ich die Scheibe scharf sehe. Ja, gezielt anhalten ist damit sehr schwer, aber trainierbar.

Schieße ich mit der LuPi, mach ich es übrigens anders, da funktioniert das komischerweise
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Wolf Dieter

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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von ullr » 13. Sep 2018, 14:38

Hallo Wolf Dieter,
Und es geht doch, zu diskutieren, Meinungen auszutauschen und zu begründen.
Alles Gute,
Christian
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test01
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von test01 » 13. Sep 2018, 15:05

@ullr
ok... verstanden... der Bogen kippt ganz normal ab, durch den Seitenimpuls aber etwas nach links versetzt (RH).

auf 18m sehe ich den Pfeilflug nicht. Nur auf Distanzen ab 50m.

@oko_wolf
same here... altersbedingte Makuladegeneration, kein Scharfstellen im Nahbereich mehr möglich. Mit Leuchtpin hatte ich drei Leuchtpunkte,
den normalen Pin sah ich gar nicht mehr. Deshalb auch nur noch Lochblende (aber die von Gehmann mit verstellbarem Innendurchmesser)
und die versuche ich konzentrisch zum Zielbild zu platzieren. Überlege eine Brille zu probieren, da ich schon das Visier scharf sehen möchte.

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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von oko_wolf » 13. Sep 2018, 15:22

test01 hat geschrieben:
13. Sep 2018, 15:05
Deshalb auch nur noch Lochblende (aber die von Gehmann mit verstellbarem Innendurchmesser)
Die war mir zu teuer, ich nehm den Satz von Beiter, hab extra mal gerechnet, welche Blende ich für welche Entfernung nehmen sollte, verwende aber jetzt für alle die gleiche.
test01 hat geschrieben:
13. Sep 2018, 15:05
Überlege eine Brille zu probieren, da ich schon das Visier scharf sehen möchte.
Ich habe eine Brille, aber auch mit der klappt es nicht. Vielleicht auch nur, weil ich mich in der Zwischenzeit so an meine Methode gewöhnt habe.
Ich brauche eine Brille für größere Entfernungen, mit der sehe ich die Scheibe gut, aber den Pin nicht, und eine andere für's Lesen und mit der sehe ich nur auf Lese-Entfernungen vernünftig.
Wenn ich ohne Brille schieße und auf den Pin fokussiere, sehe ich zwar den Pin, aber die Scheibe ist derart verschwommen, daß ich das Zentrum nicht identifizieren kann. Leuchtpin ist, wie gesagt, überstrahlt und geht auch nicht.
SCH*** Alter :oops:
__________
Viele Grüße
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von oko_wolf » 13. Sep 2018, 15:29

ullr hat geschrieben:
13. Sep 2018, 14:38
...
Und es geht doch, zu diskutieren, Meinungen auszutauschen und zu begründen.
...
Klar, ohne Kriegsmeister und Bogenlehrling :lol:
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Re: von Vorzug bis Endzug ... welche Muskeln?

Beitrag von Kitty » 13. Sep 2018, 16:13

Ein Leuchtpin kann ich auch nicht verwenden, da ich die Scheibe dahinter dann nicht mehr gut erkennen kann. Auf 60m kommt dadurch merklich mehr Streuung auf die Scheibe. Deshalb bin ich nach einem kurzen Test auch wieder zu den Beiter Lochblenden zurück gekommen. Da kann ich durchgucken und sehe genau wo ich stehe.

Die Frage, ob ich ohne oder mit Brille schieße, stellt sich für mich nicht. Schlechte Augen sind bei mir seit eh und je vorhanden. Ohne Brille kann ich den Pfeile nur erschwert an die richtige Stelle einnocken und muss in eine verschwommene Wand halten. Die richtige Scheibe zu treffen, ist Zufall.
Wenn ich den Kopf mit Brille nicht genug drehe, sehe ich auch noch doppelt.

Meine Pfeile sehe ich nur bei weiten Distanzen, wenn die Lichtverhältnisse günstig sind. Manchmal sehe ich ihn also gar nicht. Ich höre dann nur, dass etwas in der Scheibe gelandet ist.
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