Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Hier könnt ihr Fragen loswerden, welche ihr keiner spezifischen Kategorie zuordnen könnt
Benutzeravatar
ullr
Beiträge: 616
Registriert: 28. Mai 2018, 09:39

Re: Stabilisation und Verdrehung

Beitrag von ullr » 28. Okt 2019, 08:11

landbub hat geschrieben:
28. Okt 2019, 00:47
„Im Wasser halten“ ist ein durchaus gebräuchlicher Ausdruck, schliesslich befindet sich eine Wasserwaage im Scope. Wir wollen uns doch nicht auf die limitierten Möglichkeiten eines Recurves beschränken, oder?
„Beim Ausziehen“ ist natürlich Quatsch. Jedoch ist „während der Beschleunigung“ auch unvollständig, da eine Stabilisation auch dabei hilft, den Leuchtpunkt / Ring beim zielen mit einer erhöhten Trägheit in der Trefferfläche zu halten.
Landbub, bei allem Respekt: Die Lage des Bogens, ich definier jetzt mal eine senkrechte Linie:" gesehen zwischen Innenkante Mittelstück oben und unten" ist nur und nur abhängig von der Synchronisation der Wurfarmfedersteifen. Wenn Du diese Lage ändern willst, mußt Du mit der Bogenhand sehr fest zugreifen und das Mittelteil verdrehen. Diese Synchronisation erfolgt durch die Tillereinstellung und viel, viel wichtiger und genauer durch die Nockpunkteinstellung. Die Stabilisation hat damit nichts zu tun.
Und ich kannte den Ausdruck "Liegt im Wasser" schon... ;)
Gegen die "Verkantung" wirkt nur der Schwerpunkt des Systems, der immer unter dem Druckpunkt liegt, und sie kann durch festen Zugriff der Bogenhand um den Bogengriff ganz leicht, egal ob Recurve oder Compound verursacht werden. Da hilft nur Training, Training, Training. Die Stabilisation selber hat darauf überhaupt keinen Einfluss.
Hier wird die Verkantung ausführlicher behandelt. Und ja, die Wasserwaage beim Compound macht Sinn, denn der Compoundschütze kann sie so leicht überprüfen.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
- Benjamin Franklin –
Meine Website

Benutzeravatar
Burki
Beiträge: 37
Registriert: 21. Dez 2018, 10:57
Wohnort: Bochum

Re: Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Beitrag von Burki » 29. Okt 2019, 12:42

landbub hat geschrieben:
28. Okt 2019, 00:47
da eine Stabilisation auch dabei hilft, den Leuchtpunkt / Ring beim zielen mit einer erhöhten Trägheit in der Trefferfläche zu halten.
Falsch, dafür ist nicht die Stabilisation sondern die Dämpfung zuständig.
Das ist nicht dasselbe.
Die Dämpfung am Langstabi ist noch vor dem Gewicht (Eigengewicht + event. Zusatzgewicht)des Stabi vorne ganz außen und besteht aus dem Gummi und dem Gewicht davor.
Die Stabilisierung erfolgt ausschließlich über das Gewicht des Stabi und ein eventuell fest (ohne Gummidämpfung) installiertes Gewicht.
Alles was am Gummi baumelt hat nahezu keinen Einfluß auf die gewollte Stabilisierung.
Ein verdorbener Spaß ist noch genießbar...

landbub
Beiträge: 9
Registriert: 23. Okt 2018, 21:59

Re: Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Beitrag von landbub » 29. Okt 2019, 14:14

Viele Schützen - so auch ich - schiessen Stabis ohne Schwabbel dran. Ich selbst konnte diesem noch keinerlei positive Eigenschaften nachweisen. Wenn der Bogen vibriert, so sagt man, hilft der. Meine Bögen vibrieren aber nicht. Allerdings ist es so, dass ich den Pin mit 6er Linse zweifgelsfrei DEUTLICH ruhiger im Gold halte. Das kann ich sogar beschreiben: Ohne Stabi kann ich den Punkt nicht einmal innerhalb des Gelb der 80er WA Feld auf 50m halten. Mit Stabi schon. Und da ganz ohne Gummi. Man merkt das sogar schon beim "messen" der Entfernung über die Linien der Libelle. Insofern halte ich hier den stabilisierenden Effekt der von den Drehachsen möglichst weit entfernten Gewichten für beides Relevant: Einen "trägeren Pin" und auch eine trägere Reaktion des Bogens während der Beschleunigungsphase. Es erschließt sich mir nicht, warum man das unterscheiden sollte.
Ob das wohl irgendeine Relevanz hat? Vermutlich nicht. Aber es ist gut zu wissen.

Benutzeravatar
ullr
Beiträge: 616
Registriert: 28. Mai 2018, 09:39

Re: Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Beitrag von ullr » 29. Okt 2019, 14:52

landbub hat geschrieben:
29. Okt 2019, 14:14
... Allerdings ist es so, dass ich den Pin mit 6er Linse zweifgelsfrei DEUTLICH ruhiger im Gold halte. Das kann ich sogar beschreiben: Ohne Stabi kann ich den Punkt nicht einmal innerhalb des Gelb der 80er WA Feld auf 50m halten. Mit Stabi schon....
Ob das wohl irgendeine Relevanz hat? Vermutlich nicht. Aber es ist gut zu wissen.
Ja, die Wirkung von Massen an der Waffe zur Beruhigung des Zielvorganges ist möglich, wird auch angewendet. (Bei LP und Freier Pistole) Das muß man selber ausprobieren. Manchmal hat es genau den entgegengesetzen Effekt und verstärkt auf Grund der Massenträgheit sogar das Auswandern des Visieres aus dem Ziel.
Beim Bogen hat die Stabilisation (Wenn sie denn ohne Gummielemente ausgeführt ist), einen wichtigereren Effekt: Die Bewegung des Bogens im Schuss zu verlangsamen um die Auswirkung von Haltungsfehlern (Druckpunkt) zu minimieren.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
- Benjamin Franklin –
Meine Website

Benutzeravatar
Burki
Beiträge: 37
Registriert: 21. Dez 2018, 10:57
Wohnort: Bochum

Re: Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Beitrag von Burki » 30. Okt 2019, 17:39

Und das Geschwabbel (Gummi + Gewicht) funktioniert auch nur, wenn dessen Eigenresonanz gegen die Resonanz aus dem Muskelzittern des Schützen arbeiten kann.
Das muß also abgestimmt werden. Man muß da probieren und testen.
Eine feste Masse am Stabi kann das Zappeln zu einem gewissen Teil auch etwas lindern, eben auf der Masse beruhend.
Aber richtige Arbeit kann ein abgestimmter Schwabbel verrichten.
Mir ging es in erster Linie darum aufzuzeigen, daß die beiden Systeme unterschiedlich arbeiten. Stabilisation und Dämpfung werden immer wieder in einen Topf geworfen. ;)
Ein verdorbener Spaß ist noch genießbar...

Benutzeravatar
Burki
Beiträge: 37
Registriert: 21. Dez 2018, 10:57
Wohnort: Bochum

Re: Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Beitrag von Burki » 30. Okt 2019, 17:44

ullr hat geschrieben:
29. Okt 2019, 14:52
Manchmal hat es genau den entgegengesetzen Effekt und verstärkt auf Grund der Massenträgheit sogar das Auswandern des Visieres aus dem Ziel.
Dem möchte ich 100% zustimmen. Entweder ist der Schütze dann nicht mehr in der Lage zur Korrektur diese Kräfte schnell genug aufzubringen oder sogar (hoffentlich) das Unterbewußtsein.
Ein verdorbener Spaß ist noch genießbar...

Benutzeravatar
ullr
Beiträge: 616
Registriert: 28. Mai 2018, 09:39

Re: Bullshit Aussagen im Bogenschießen.

Beitrag von ullr » 30. Okt 2019, 19:38

Burki hat geschrieben:
30. Okt 2019, 17:39
Und das Geschwabbel (Gummi + Gewicht) funktioniert auch nur, wenn dessen Eigenresonanz gegen die Resonanz aus dem Muskelzittern des Schützen arbeiten kann.
...
Ne, das funktioniert nie nicht.... :lol:
Muskelzittern ist ja keine saubere Schwingung*) sondern eine erratische, zufällige Abfolge von Bewegungen in Amplitude und Frequenz. Da passt nix drauf.
;)
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
*)Bei einer Waschmaschine liegt die Frequenz -meinetwegen beim Schleudern- fest und da kann man sehr wohl Gummielemente entwickeln, die genau diese eine Frequenz dämpfen. Das geht bei Muskelzittern nicht.
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
- Benjamin Franklin –
Meine Website

Benutzeravatar
ullr
Beiträge: 616
Registriert: 28. Mai 2018, 09:39

Dynamischer Tiller

Beitrag von ullr » 1. Nov 2019, 19:12

Tja, auf den Ausdruck bin ich zufällig gestoßen. Was ist "Tillern" überhaupt? Wer mal 'nen Bogen gebaut hat, weiß, dass auf dem "Tillerbrett" durch Bearbeiten der oberen und unteren Wurfarme dafür gesorgt wird, dass die beiden Sehnenkraftvektoren das Pfeilende möglichst gradlinieg nach vorne bringen. Ist 'ne kniffelige Angelegenheit, die Übung und Erfahrung verlangt. Ist heute bei teilbaren Bogen und bei relativ genau gearbeiteten Wurfarmen für den Schützen selber kein Problem mehr. Durch Ausschießen des Nockpunktes wird dafür gesorgt, dass die Federsteifen des oberen und unteren Wurfarmes synchronisiert werden und der Pfeil pfeilgerade ;) aus dem Bogen kommt. Das kann jeder erfahrene Schütze.
Doch was ist der Dynamische Tiller???? Google weiß es: Es ist eine Erfindung eines Experten, der meint, wenn der Bogen gespannt ist, wäre das sich dann ergebende Maß ein dynamischer Tiller.
Häh??? Wieso, wozu, weshalb?
Es ist einfach Bullshit. Nichts mit Dynamik, keine Aussage die in irgendeiner Art und Weise wichtig wäre. Dieser Wert ist durch die Wurfarme und die Konstruktion des Mittelteiles vorgegeben.
Dieser Experte ist mir schon vor Jahren durch ein Buch aufgefallen, das habe ich rezensiert und die Rezension auf meiner Website veröffentlicht, aber wieder gelöscht, weil es zu saublöd war. Und genauso so saublöd ist der sog. "Dynamischer Tiller" Aber möglicherweise hat er es auch hier, von dieser obskuren Website (ohne Impressum) abgeschrieben.

Bullshitorden mit Brillanten und Schwerter
n :lol:

Ergänzt am 02.10.19
Die Skizze beim sog. dynamischen Tiller ist grottenfalsch und zeigt, das der Ersteller dieser Skizze Null,Null Ahnung von Mechanik hat. Im gespannten Zustand liegt die Kraftlinie zwischen Druckpunkt Bogenhand und Zughand. Der Pfeil selber liegt da wie ein toter Hund, (Bild 3) sprich kraftfrei. Wird gelöst, sieht die Sache anders aus Bild 2.

Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
- Benjamin Franklin –
Meine Website

Antworten