Compoundbogen, Torque

Fragen, Themen die das System Bogen incl. Anbauteile betreffen
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ullr
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von ullr » 21. Apr 2019, 23:15

Wali hat geschrieben:
21. Apr 2019, 21:29
Hallo Ullr,
du hast dich ja nun selbst als Compoundbogenlaie bezeichnet.
Beschäftige dich mal mit "Camlean." Du wirst dann vielleicht dahinter steigen warum ein Torque beim Compound unvermeidbar ist.
...
Selbst ein Griff der schmal wie eine Rasierklinge ist kann das nicht verhindern...
Ach, "Cam Lean" ändert sich von Schuss zu Schuss, wenn der Druckpunkt der Hand am Bogen immer gleich bleibt? Das wußte ich noch nicht. Danke für die Aufklärung.
Ich dachte immer, dass die unvermeidbare Schrägstellung der Sehne zur Cam bei gleicher Handhaltung immer gleich bleibt.
Aber selbst nach Deiner Aufklärung bin ich davon überzeugt, dass dieses "Camlean", das konstruktiv bedingt ist und selbstverständlich vom Let Off abhängig ist sich eben nicht von Schuss zu Schuss ändert, sondern gleich bleibt und damit auch keinen Einfluß auf die Streuung hat.
....
Je höher das LO desto "Camlean"....
Glaubst du wirklich das sich ein Pfeil an den Strahlensatz hält ,wenn ihn so ein bescheuertes Overdraw aus dem Center schwenkt :lol:
Ich glaube nicht, ich rechne. Und der Zusammenhang zwischen Abstand Visierkorn/Scope zur angenommenen Drehachse und Overdraw zur gleichen Achse bei unterschiedlichen Auszugslängen ist ein klitzebißchen komplizierter als der Strahlensatz. Der giltet nur bei der ZentidekaMillimeter Regel beim Visiereinstellen. Kannst Du Dir aber alles selber ableiten. Die entwickelte Formel für Overdraw/Torquekompensation findest Du auf meiner Website. Zum Verständnis verrate Dir mal ein großes Geheimnis: Die Waffe, also das Gerät, das den Pfeil abschickt, schickt ihn genau in die Richtung, in die sie gerichtet ist.
Mit österlichen Grüßen
ullr
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Wali
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von Wali » 23. Apr 2019, 00:05

ullr hat geschrieben:
21. Apr 2019, 23:15
Ach, "Cam Lean" ändert sich von Schuss zu Schuss, wenn der Druckpunkt der Hand am Bogen immer gleich bleibt? Das wußte ich noch nicht. Danke für die Aufklärung.
Ja gerne immer wieder
Ich dachte immer, dass die unvermeidbare Schrägstellung der Sehne zur Cam bei gleicher Handhaltung immer gleich bleibt.
Aber selbst nach Deiner Aufklärung bin ich davon überzeugt, dass dieses "Camlean", das konstruktiv bedingt ist und selbstverständlich vom Let Off abhängig ist sich eben nicht von Schuss zu Schuss ändert, sondern gleich bleibt und damit auch keinen Einfluß auf die Streuung hat.
Wenn da nicht der Mensch wäre, der im Vollauszug gerne mal nach vorne kriecht oder fester in die Wand zieht, dann wäre das wohl auch so.
Dann würden die Cams auch immer gleich kippen. Ein Creeptuning wäre dann auch sinnlos. https://ok-archery.de/en/info-service/t ... ep-tuning/ Ein Overdraw wäre noch sinnloser , weil das Torque auch immer gleich wäre.
Da gibt's einen guten Spruch :
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." Albert Einstein (angeblich)
Das ist der Knackpunkt beim Bogenschießen. Der Schütze versucht immer das Gleiche zu tun. Das klappt aber nicht so richtig.

Je höher das LO desto "Camlean"....
Glaubst du wirklich das sich ein Pfeil an den Strahlensatz hält ,wenn ihn so ein bescheuertes Overdraw aus dem Center schwenkt :lol:
ullr hat geschrieben:
21. Apr 2019, 23:15
Ich glaube nicht, ich rechne.....
Dann guck mal jetzt Video. https://www.youtube.com/watch?v=ur3hZ4wiMFs Der Typ macht 1,5 Umdrehungen am Yoke Kabel von einem Hoytbogen. Dadurch kippt das Topcam einen Furz nach links. Der Pfeil, der zuvor mit 2-3 cm Spitze nach rechts raus gegangen ist geht nun mit Spitze etwa 1cm nach links raus. Dürfte ja wohl klar sein das ein Overdraw den Pfeilflug richtig vergurkt. Wenn du die Pfeile so gurkig in die Scheibe hämmerst erklärt sich auch so manch abgebrochener ACE.

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ullr
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von ullr » 23. Apr 2019, 07:49

Wali hat geschrieben:
23. Apr 2019, 00:05

Ich dachte immer, dass die unvermeidbare Schrägstellung der Sehne zur Cam bei gleicher Handhaltung immer gleich bleibt.
Aber selbst nach Deiner Aufklärung bin ich davon überzeugt, dass dieses "Camlean", das konstruktiv bedingt ist und selbstverständlich vom Let Off abhängig ist sich eben nicht von Schuss zu Schuss ändert, sondern gleich bleibt und damit auch keinen Einfluß auf die Streuung hat.
Wenn da nicht der Mensch wäre, der im Vollauszug gerne mal nach vorne kriecht oder fester in die Wand zieht, dann wäre das wohl auch so.
Ach, jetzt ist "Cam Lean" also abhängig von Auszugsschwankungen des Schützen... Du behauptest also, dass eine Auszugsschwankung von -sagen wir mal +/- 10mm Camlean soweit beeinflußt, dass Seitenstreuungen durch diesen Effekt auftreten werden? Wenn ich Compounder beobachte (Und die gehören nicht zur Weltelite, sondern sind mittelmäßige Schützen) dann haben die Auszugsschwankungen von +/-1Millimeter
... Ein Overdraw wäre noch sinnloser , weil das Torque auch immer gleich wäre.
Da gibt's einen guten Spruch :
....
Zum Verständnis empfehle ich Dir meine kurze Beschreibung des sog. "Torque" sorgfältig zu lesen.
Und lass den Albert aus dem Spiel, sonst fängt seine Asche an zu stauben, oder sein Gehirn rotiert im Formaldehydglas, wenn er so blödsinning "angeblich!!!!" zitiert wird... :D
Gruß
ullr
PS: Ich rede nicht von Typen, die an ihrer Waffe auf Teufel komm raus rumbasteln, sondern von Fällen, in denen der Compound technisch richtig (Abstimmung Pfeil-Bogen) eingestellt ist.

Beitrag geändert. ullr
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mbf
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von mbf » 23. Apr 2019, 14:56

So, nachdem die Höflichkeiten ausgetauscht wurden, bitte ich wieder um einen sachlicheren Diskussionsstil.
Als User schreibe ich schwarz, als Moderator rot.

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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von Wali » 23. Apr 2019, 19:34

@ Ullr
wir drehen uns im Kreis.
Jetzt mal Butter bei de Fische.

Probiere doch mal mit einem Compounderkumpel aus.
Ich fräs dir kostenlos ohne Porto und Verpackung völlig unverbindlich ein Stück Flachmaterial auf Maß damit du einen Compound zu einer Overdraw Pfeilauflage umrüsten kannst.
Ist kinderleicht. Pfeilauflage abschrauben den Schnippel Flachmaterial anschrauben und da wieder die Pfeilauflage anschrauben. Also nur ein kurzer Adapter dazwischen.

Der Versuchsaufbau sollte dann so sein, das du einen Laserpointer am Mittelteil befestigst um zu sehen wieviel Torque du bei dem Testen in den Bogen drehst.
Sollte das Overdraw funktionieren steigen wir dick ins Geschäft ein. Ich fräs die Adapter , du übernimmst Marketing und Verkauf. Die Adapter verticken wir für 15-20 Tacken. Musterschutz und trala gucken wir dann mal nach. Gibt ja genug Beispiele wo im alten BSF direkt kopiert wurde.

Also spitz den Bleistift. Ne Skizze auf Butterbrotpapier reicht mir. ;)

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ullr
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von ullr » 23. Apr 2019, 19:49

Wali hat geschrieben:
23. Apr 2019, 19:34
@ Ullr
wir drehen uns im Kreis.
...
Du drehst Dich im Kreis.
Ein letzter Hinweis: Wenn Du Pfeilauflage und Scope genau über der vermuteten Hochachse anordnest, wäre der Fehler durch Torque ebenfalls eliminiert.
Ansonsten:
EoD
ullr
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Wali
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von Wali » 24. Apr 2019, 21:31

ullr hat geschrieben:
23. Apr 2019, 19:49
Ein letzter Hinweis: Wenn Du Pfeilauflage und Scope genau über der vermuteten Hochachse anordnest, wäre der Fehler durch Torque ebenfalls eliminiert.
Bei meinen Hoyt Vantage ist der Griff 4mm aus der Symmetrieachse gefräst. Sind die Amis zu blöd die Mitte zu finden oder haben die sich was dabei gedacht ? Dann bauen sie unten ein dreispuriges Cam ein und oben einen 2 Riller . Da läuft sogar die Sehne noch schräg. Ich tippe mal drauf, das sich da System hinter verbirgt. :idea:
ullr hat geschrieben:
23. Apr 2019, 19:49
Ansonsten:
EoD
ullr
Okay, meine Schuld. Wenn man auf einmal abliefern soll ....war einfach zu konkret.

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ullr
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von ullr » 25. Apr 2019, 09:13

Wali hat geschrieben:
24. Apr 2019, 21:31
ullr hat geschrieben:
23. Apr 2019, 19:49
Ein letzter Hinweis: Wenn Du Pfeilauflage und Scope genau über der vermuteten Hochachse anordnest, wäre der Fehler durch Torque ebenfalls eliminiert.
Bei meinen Hoyt Vantage ist der Griff 4mm aus der Symmetrieachse gefräst. Sind die Amis zu blöd die Mitte zu finden oder haben die sich was dabei gedacht ? Dann bauen sie unten ein dreispuriges Cam ein und oben einen 2 Riller . Da läuft sogar die Sehne noch schräg. Ich tippe mal drauf, das sich da System hinter verbirgt. :idea:
...
Möglicherweise wollte der Konstrukteur den Einfluss des "eingebauten", nicht vermeidbaren Cam Leans minimieren. Das wäre eine Erklärung, aber in meinen Augen keine wirkliche Begründung. Denn das "eingebaute" Cam Lean ist ganz einfach durch eine Visierverstellung zu kompensieren, da ändert sich ja nichts von Schuss zu Schuss.
Gruß
ullr
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Wali
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von Wali » 25. Apr 2019, 14:05

ullr hat geschrieben:
25. Apr 2019, 09:13
Möglicherweise wollte der Konstrukteur den Einfluss des "eingebauten", nicht vermeidbaren Cam Leans minimieren. Das wäre eine Erklärung, aber in meinen Augen keine wirkliche Begründung. Denn das "eingebaute" Cam Lean ist ganz einfach durch eine Visierverstellung zu kompensieren, das ändert sich ja nichts von Schuss zu Schuss.
Minimieren geht so nicht. Das macht man anders. Der Konstrukteur bestimmt damit "wann Torque".

sk90
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Re: Compoundbogen, Torque

Beitrag von sk90 » 25. Apr 2019, 23:50

...Ich hab nen Kumpel, der grad für 11k EUR ne Fräsmaschine gekauft hat.
Kann er damit Camlean oder Torque eliminieren?
Nä, würde Er auch nie behaupten.
Und impft bitte Eure Kinder!

*Atmet tief durch*

Seht es doch bitte mal so: Das Problem ist in dieser Debatte der Schütze (vielleicht noch der "Tuner"), nicht der Bogen oder dessen Technik.
Geht mal dringend weg von "Gut" oder "Schlecht" zugzunsten des "Passend"...

Profis suchen sich Ihre Bögen nach dem lukrativsten Sposorvertrag aus...

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