Was passiert beim Stringwalking

Fragen, Themen die das System Bogen incl. Anbauteile betreffen
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Kitty
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Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von Kitty » 13. Aug 2018, 14:20

Wenn ein Bogenschütze beispielsweise bei 18m 6cm unter dem Pfeil in die Sehne greift, werden die Wurfarme relativ sichtbar asymmetrisch ausgezogen. Ich habe zu Hause mal meinen Bogen mit starkem Angriff ausgezogen (nicht geschossen) und mich dabei gefilmt. Ich wollte mir das ganze mal in Ruhe ansehen. Das kann ich ja mit meinen Augen erfassen. Was aber passiert nun, wenn der Bogen so geschossen wird? b_der_k_te hat im alten Bogensportforum einem Beitrag verfasst, der ganz gut verständlich war. Christian hat aber seiner Homepage auch Verweise zum Stringwalking, aber meines Wissens keine genaue Erläuterung darüber was da nun passiert. Es wurden im alten BSF auch Mal High-Speed-Videos verlinkt, in denen man sehen konnte, dass der Pfeil auf die Pfeilauflage drückt, bevor er denn nach vorne fliegt. Bei den olympisch-Recurvern, die mit mediterranen Ablass schießen, war ein solches Phänomen nicht sichtbar.
Vielleicht kann ja einer der Techniker verständlich erläutern, was beim Schuss nun passiert, wenn der Schütze unter dem Pfeil ansetzt um den Bogen zu spannen.
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ullr
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von ullr » 13. Aug 2018, 15:22

Kitty hat geschrieben:
13. Aug 2018, 14:20
... Christian hat aber seiner Homepage auch Verweise zum Stringwalking, aber meines Wissens keine genaue Erläuterung darüber was da nun passiert
....
Lach.... :D Auch das hat Bernd richtig gut beschrieben gehabt. Ich versuch es mal:
Spannen:
Also, Pfeil ist ca 5cm über der Zughand eingenockt und nu wird der Bogen gespannt. Dabei wird der untere Arm stärker gespannt als der obere 1). Das erste was beim Recurve schon beim Spannen passiert, der Bogen dreht sich in der Bogenhand um die Querachse mit dem unteren Wurfarm zur Schütz*in, der obere dreht sich weg.
Gelöst.
Der Pfeil, die zu beschleunigende Masse liegt oberhalb der Finger, das heißt, der Kraftvektor, der nu in der Sehne anfängt zu toben, hat oberhalb des Pfeiles sofort die Masse des Pfeiles zu bändigen... Unten ist ein Momentchen die Sehne schlaff und baumelt nur so rum. Der Sehnenvektor, der das Stück spannte ist weg.... Unten der Wurfarm, der hat nu garnix, der strotzt nur vor Kraft und knallt nach vorne.... Bis ihn die Sehne, die jetzt unten straff wird, bändigt. Jetzt haben die beiden Vektoren in der Sehne ihr Seil, was sie verbindet wieder gespannt und nu geht's endlich vorwärts. Was man so vorwärts nennen kann, wenn zwei wildgewordene Stiere anfangs nicht wissen, :lol: wohin mit ihrer Kraft...
Es gibt da schöne Videos im Internet, also ich mag da garnicht hinschauen.... :D
Gruß
Christian
1) Der Winkel den die Sehne in der Zughand bildet, liegt näher zum unteren Wurfarm. Die Sehne zwischen unterem Wurfarm und Pfeil ist also länger als zwischen Pfeil und oberen Wurfarm. Solange die Zughand spannt, ist die Kraft im unteren Teil der Sehne genauso groß wie im oberen. Der Pfeil liegt nur so da wie ein toter Hund....
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Kitty
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von Kitty » 14. Aug 2018, 07:38

ullr hat geschrieben:
13. Aug 2018, 15:22
Die Sehne zwischen unterem Wurfarm und Pfeil ist also länger als zwischen Pfeil und oberen Wurfarm.
Ist das nicht genau anders herum?
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ullr
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von ullr » 14. Aug 2018, 08:01

Kitty hat geschrieben:
14. Aug 2018, 07:38
ullr hat geschrieben:
13. Aug 2018, 15:22
Die Sehne zwischen unterem Wurfarm und Pfeil ist also länger als zwischen Pfeil und oberen Wurfarm.
Ist das nicht genau anders herum?
Etwas genauer:
Unten ist die Sehne beim Spannen zwischen drei Punkten lang: unterer Wurfarmnock- Zughand- Pfeilnock. Sie bildet also einen Winkel... OK, der ist in der Zughand etwas gerundet... Oben ist die Sehne zwischen Pfeilnock und oberen Wurfarmnock gerade, also kürzer.
Gruß
Christian
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Kitty
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von Kitty » 14. Aug 2018, 16:49

Okay, jetzt habe ich es richtig verstanden. Danke,
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von rstoll » 14. Aug 2018, 20:08

Ich vermute das https://www.youtube.com/watch?v=-2QPmVXKx-A ist eines der Videos, welche ullr meint.
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de

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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von Kitty » 23. Sep 2018, 07:51

Bei den beiden Videos sieht man die Unterschiede sehr gut:

https://youtu.be/Cr0475FzOlo
(Blankbogen mit Stringwalking)

https://youtu.be/kdwJVUtmZAI
(olympisch Recurve)

Beim 1. Video wird die Pfeilauflage, bevor der Pfeil rausgeht, nach unten gedrückt. Beim 2. Video geht der Pfeil ohne diese Tendenz raus.

Jetzt noch ein Video, in dem man die Wurfarme nach dem Schuss in Bewegung sieht. Habe ich bisher nicht gefunden.
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von test01 » 7. Dez 2018, 08:43

Das Nach-Unten-Drücken des Auflagefingers kurz nach dem Lösen...
ist das technisch gesehen nicht "unsauber" ? Könnte man das nicht durch
tillern mindern? Oder bräuchten die 3-Finger-under-Leute nicht eventuell
sogar andere Wurfarme um die die Kraft besser "hinter den Pfeil" zu bekommen?

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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von b_der_k_te » 7. Dez 2018, 14:05

Blankbogenschützen - die eben auf der Sehne abgreifen - verwenden und empfehlen oft einen negativen Tiller. Das heißt der untere Wurfarm ist schwächer vorgespannt als beim üblichen positiven Tiller.
Ob sie glauben damit den Impuls auf den Auflagefinger reduzieren zu können, weiß ich nicht. Das wird so gut wie nichts verbessern.
Ich vermute vielmehr sie möchten mit diesem negativen Tiller eine beobachtete Auswirkung beim Blankschafttest ausbessern.
Auch eine andere Wurfarmkonstellation wird nichts bringen, da die Ursache - das Abgreifen - immer noch die gleiche ursächliche Wirkung hervorruft.

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ullr
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von ullr » 8. Dez 2018, 08:07

b_der_k_te hat geschrieben:
7. Dez 2018, 14:05
...
Ob sie glauben damit den Impuls auf den Auflagefinger reduzieren zu können, weiß ich nicht. Das wird so gut wie nichts verbessern.
...
Ja. Genau so ist es.
Der Grund für Stringwalking liegt m.M.n. an einem idiotischen Regelwerk, dass irgendwelche Visiermarken am Bogen/Pfeil/Gesicht verbietet. Ich kenne keine Bilder von Naturvölkern, die ihre Waffe auf diese seltsame Art und Weise gerichtet haben, wenn man die Intention hätte, unbedingt so schießen zu wollen, wie es Jahrtausende üblich war. Möglicherweise kommt es aus der Fischjagd. Und ja, ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Tätowiernarben im Gesicht "Visiermarken" für den Anschlag waren. Weshalb keine Piercing Marken im Gesicht. Wär mal was Neues für Blankbogenschützen.
Visieren mit "Werde zum Pfeil" oder ähnliche Dumpfsprüchen von Esoterikern helfen nur den Autoren der Bücher.
ullr
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