Sehnenhöhe / Standhöhe

Fragen, Themen die das System Bogen incl. Anbauteile betreffen
Maik
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Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von Maik » 29. Nov 2018, 09:20

Hallo,

nach einigen jahren bogensport und erfahrungen sammeln bezüglich der sehnenhöhe / standhöhe , war ich überrascht, dass man meiner frau folgenden hinweis bzw. tipp gab: sie soll die standhöhe - aufgrund des relativ geringen zuggewichtes (22lbs , 64" bogen mit 23" mittelteil) - verringern. sie hat die herstellerangen befolgt und eine sehnenhöhe von 21,2 cm (unterer bereich) eingestellt. die nun vorgeschlagene höhe von 20 cm ließ sich nicht realisieren, da sie die sehne nicht so weit heraus drehen konnte. nun haben wir keine erfahrungen sammeln können. daher die frage(n):

sollte das zuggewicht beim einstellen der sehenhöhe berücksichtigt werden?
wenn ja; welche auswirkungen hat dann eine so geringe höhe (liegt außerhalb des vom mittelteil herstellers vorgegeben bereiches) auf den bogen und das schußverhalten usw.?
wenn ja; macht dies nur bei kleinen bögen mit wenig zugewicht sinn, oder auch bei größeren und stärkeren bögen?

vielen dank für eure unterstützung! :D

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Kitty
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von Kitty » 29. Nov 2018, 10:29

Hier gibt es einige Infos: viewtopic.php?f=23&t=102
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34# bei 29,5"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

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ullr
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von ullr » 29. Nov 2018, 10:47

Maik hat geschrieben:
29. Nov 2018, 09:20
Hallo,

nach einigen jahren bogensport und erfahrungen sammeln bezüglich der sehnenhöhe / standhöhe , war ich überrascht, dass man meiner frau folgenden hinweis bzw. tipp gab: sie soll die standhöhe - aufgrund des relativ geringen zuggewichtes (22lbs , 64" bogen mit 23" mittelteil) - verringern....
sollte das zuggewicht beim einstellen der sehenhöhe berücksichtigt werden?
wenn ja; welche auswirkungen hat dann eine so geringe höhe (liegt außerhalb des vom mittelteil herstellers vorgegeben bereiches) auf den bogen und das schußverhalten usw.?
wenn ja; macht dies nur bei kleinen bögen mit wenig zugewicht sinn, oder auch bei größeren und stärkeren bögen?
....
Hallo Maik, wenn bei der eingestellten Sehnenstandhöhe die Pfeile sauber fliegen, solltest Du die Finger davon lassen und an ihr nicht in irgendeiner Form rumbasteln.
Der Hinweis/Tip ist verkehrt.
Die Begründung findest Du hier und
hier
Die Pfeilgeschwindigkeit wird sich nur unwesentlich ändern, sie kann sich sogar verringern, das hängt von der Form der aktuellen Auszugskurve ab.
Und ja, das gilt unabhängig von Bogengröße und Endhaltekraft, es hängt von der Auslegung der verwendeten Wurfarme ab, das heißt genau, wo liegt der Wendepunkt (da kreuzen sich alle Auszugskurven), weiter vorn oder weiter hinten.
Die Pfeilgeschwindigkeit bekommst Du erhöht durch Verkleinerung der Pfeilmasse und Erhöhung der Endhaltekraft. Beide Maßnahmen haben mit Sicherheit eine Überprüfung/Änderung der Abstimmung zur Folge.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
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wapi
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von wapi » 29. Nov 2018, 14:08

Maik hat geschrieben:
29. Nov 2018, 09:20
Hallo,

nach einigen jahren bogensport und erfahrungen sammeln bezüglich der sehnenhöhe / standhöhe , war ich überrascht, dass man meiner frau folgenden hinweis bzw. tipp gab: sie soll die standhöhe - aufgrund des relativ geringen zuggewichtes (22lbs , 64" bogen mit 23" mittelteil) - verringern. sie hat die herstellerangen befolgt und eine sehnenhöhe von 21,2 cm (unterer bereich) eingestellt. die nun vorgeschlagene höhe von 20 cm ließ sich nicht realisieren, da sie die sehne nicht so weit heraus drehen konnte. nun haben wir keine erfahrungen sammeln können. daher die frage(n):

sollte das zuggewicht beim einstellen der sehenhöhe berücksichtigt werden?
wenn ja; welche auswirkungen hat dann eine so geringe höhe (liegt außerhalb des vom mittelteil herstellers vorgegeben bereiches) auf den bogen und das schußverhalten usw.?
wenn ja; macht dies nur bei kleinen bögen mit wenig zugewicht sinn, oder auch bei größeren und stärkeren bögen?

vielen dank für eure unterstützung! :D
Grundsätzlich sollte man der Empfehlung der Bogenhersteller folgen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Standhöhe individuell innerhalb der empfohlenen Standhöhen-Bandbreite auszuschießen, und zwar deshalb, um herauszufinden, bei welcher Standhöhe sich der Bogen am angenehmsten und ruhigsten Schießen läßt.
Gruß

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ullr
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von ullr » 29. Nov 2018, 14:48

wapi hat geschrieben:
29. Nov 2018, 14:08

Grundsätzlich sollte man der Empfehlung der Bogenhersteller folgen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Standhöhe individuell innerhalb der empfohlenen Standhöhen-Bandbreite auszuschießen, und zwar deshalb, um herauszufinden, bei welcher Standhöhe sich der Bogen am angenehmsten und ruhigsten Schießen läßt.
Gruß
Kannst Du diese Forderung " sich der Bogen am angenehmsten und ruhigsten Schießen läßt." präzisieren?
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bkr_hro
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von bkr_hro » 29. Nov 2018, 15:50

Dieselbe Sehne :

- einmal fast komplett ausgedreht:
Weniger stark "gebogene" Wurfarme, etwas niedrigere Endhaltekraft, dafür etwas längerer Beschleunigungsweg
(vom Lösen der Sehne (Ablass) bis zum freien Flug des Pfeiles - ausnocken ).

- im Gegensatz dazu "maximal" eingedreht
Stärker "gebogene" Wurfarme, etwas höhere Endhaltekraft, dafür etwas kürzerer Beschleunigungsweg
(vom Lösen der Sehne (Ablass) bis zum freien Flug des Pfeiles - ausnocken ).

Abhängig - wie von ullr schon genannt - vom Auszugsdiagramm ergeben sich höhere oder niedrigere Lagen der Treffer auf der Scheibe.


Aber ein Bogen mit (zu ?)niedriger Standhöhe fühlt sich schlabbriger an, die Sehne klascht irgendwo auf die Wurfarme, wo schon lange keine "Rinne" mehr ist.
Wiederum im anderen Fall berührt die Sehne Im Moment Lösen der Nocke die WuA weiter außen im Bereich des Recurve - also "mitten in der Rinne".
Und der Bögen fühlt sich härter an - was sicher oft daran liegt, dass die WuA "hinten härter werden".

Und - wir wissen, dass die Sehne sich ja nicht gradlinig nach vorn bewegt, sondern mit seitlichen Abweichungen (Schlängellinie).
Mein Gefühl sagt: der Pfeil fliegt am besten, der Bogen klingt am besten, wenn Sehne + Nocke im Moment ihres Trennens auf der Nulllinie dieser Schlängelbewegung sind.

wapi
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von wapi » 30. Nov 2018, 10:27

ullr hat geschrieben:
29. Nov 2018, 14:48
wapi hat geschrieben:
29. Nov 2018, 14:08

Grundsätzlich sollte man der Empfehlung der Bogenhersteller folgen. Allerdings ist es empfehlenswert, die Standhöhe individuell innerhalb der empfohlenen Standhöhen-Bandbreite auszuschießen, und zwar deshalb, um herauszufinden, bei welcher Standhöhe sich der Bogen am angenehmsten und ruhigsten Schießen läßt.
Gruß
Kannst Du diese Forderung " sich der Bogen am angenehmsten und ruhigsten Schießen läßt." präzisieren?
ullr
[/quote
ullr,
würde ich gerne, hat aber vor mir bereits mit wesentlichen Hinweisen und Erläuterungen bkr_hro getan.

Gruß

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ullr
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von ullr » 30. Nov 2018, 12:00

wapi hat geschrieben:
30. Nov 2018, 10:27
ullr hat geschrieben:
29. Nov 2018, 14:48

Kannst Du diese Forderung " sich der Bogen am angenehmsten und ruhigsten Schießen läßt." präzisieren?
ullr
ullr,
würde ich gerne, hat aber vor mir bereits mit wesentlichen Hinweisen und Erläuterungen bkr_hro getan.
Gruß
Wenn das so ist, dann bitte ich Dich, die Auswirkungen, die mit den Ausdrücken "schlabbriger" und "fühlt sich härter an" zusammenhängen, näher zu definieren. Im zweiten Fall wäre es schön, klarlegen bzw sogar nachzuweisen, ob bei einer Endhaltekraft von beispielsweise 189N [42lbs] eine Änderung der Endhaltekräft um 1,9%, und das bei einer Sehnenstandsänderung um 10mm, (Tabelle 2) überhaupt wahrgenommen werden kann.
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heisem
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von heisem » 30. Nov 2018, 15:22

Bei meinen Border HEX6W habe ich anfangs sehr viel mit der Standhöhe experimentiert. Auslöser war, dass ich die von Border empfohlene, recht niedrige Standhöhe im unteren Bereich eingestellt hatte und der Bogen dann recht stark schepperte. Erst nach Hochdrehen auf den Grenzwert des oberen Bereichs wurde es angenehmer. Schließlich blieb ich knapp unterhalb der oberen empfohlenen Grenze. Bei diesen und weiteren Versuchen hatten Standhöhenänderungen um +/- 1 cm zwar leichte Einflüsse auf die Abstimmung (relative Lage des Rohschafts), aber im Endeffekt wenig Einfluss auf die Gruppierungen. Selbst bei niedrigen Standhöhen konnte ich mit kleineren Änderungen am Zuggewicht die Gruppierungen wieder hinbekommen. Im unteren Bereich kam es mir aber vor, als würde der Bogen sensibler auf Standhöhenänderungen reagieren.
Cid hat irgendwo mal geschrieben, dass er die Einhaltung der empfohlen Standhöhe strikt empfiehlt. Er wird auch wissen, warum.
Aus all dem schloss ich für mich, dass ich im Bereich des sattesten Tons die stabilste Abstimmung habe. Außerhalb dieses Bereiches müsste ich mehr Aufwand treiben, um eine stets gleiche Standhöhe zu gewährleisten.
Hoyt GMX - Border HEX6W - Sureloc Quest-X - Titan Scope - Fuse VFR - Easton ACG - BE Spidervanes / Halle: Gillo G2 - Border TXG - Easton ACC

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ullr
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Re: Sehnenhöhe / Standhöhe

Beitrag von ullr » 30. Nov 2018, 16:03

Hallo heisem, das sind mal ein paar handfeste Angaben.
Dankeschön.
Bei den Wurfarmen mit stark gebogener Recurve (Border und Uukha) dürfte die Standhöhe eine größere Rolle spielen als bei anderen, mehr konservativ ausgelegten Konstruktionen.
Was mich aber noch richtig interessiert ist das von Dir genannte "Scheppern" Hast Du in diesem Bereich mal die Treffbilder und die Abstimmung -zumindest grob- untersucht?
Natürlich kann ich mir vorstellen, dass die unkonventionellen Recurves andere Geräusche machen als normale. Schon meine Yamaha-Fiberglasswurfarme, 66" Bogen, 79cm Auszug, bis Mitte BB gemessen, Endhaltekraft 192N (43lbs), Standhöhe 21cm, mit Release (Viper Feinwerkbau) gelöst, "scheppern" heftig. :lol: Aber die Abstimmung ist hervorragend und die Treffbilder sind, wenn ich gut drauf bin auch (sehr) gut. Ich betrachte das Scheppern eher als ein kerniges "Twäng!" ;)
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
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