Die berüchtigte "zickige Sehne"

Fragen, Themen die das System Bogen incl. Anbauteile betreffen
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rstoll
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Die berüchtigte "zickige Sehne"

Beitrag von rstoll » 24. Jul 2018, 18:12

Gibt es irgendwo eine technische Erklärung oder einen belastbaren Hinweis dass sich eine Sehne mit Reduktion der Strangzahl "bei einem darauf abgestimmten System" zickiger bzw. eine Sehne mit Strangzuschlag "bei einem darauf abgestimmten System" Lösefehler-toleranter verhält?

Wie geschrieben: Ich setze ein auf die jeweilige Sehne ideal ausgeschossenes System (incl. gleicher Ablösekraft) voraus.

Nachvollziehbar (wenn auch mit den falschen Schlüssen) wäre eine derartige Aussage für mich, wenn jemand ein ideal abgestimmtes System nur hinsichtlich der Strangzahl ändert) und sich dann über veränderte Ergebnise wundert.

Wer kann mir erhellende Hinweise geben?
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de

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ullr
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Re: Die berüchtigte "zickige Sehne"

Beitrag von ullr » 25. Jul 2018, 08:57

Ich habe mal -grob- meinen Literaturfundus durchforstet.
Bei den antiquarischen Büchern "Understanding Winning..." von Henderson, "Behind the Bow" von Peterson, diverse Kataloge (u.a. Amerika Bogen war ein Super Katalog, hervorragend zusammengestellt, da spürte man, dass Hoffmann mit Leib und Seele dabei war): nichts.
"The Simple Art of Winning" von Rick Mc. Kinney, kein Hinweis, aber eine Zuordnung von Strangzahl zur Endhaltekraft, nur für UHMW- Polyethylen. z.B. Fast Flight, Seite 139, keine Begründung.
Total Archery von Kisik Lee: kein Hinweis,
Der einzige klare Hinweis findet sich bei Haidn, Bogenschießen 2. Ausgabe, Seite 651, Zitat:
Strangzahl: Die Strangzahl der Sehne beeinflusst den Wirkungsgrad und das Abschußverhalten des Bogens. Eine höhere Strangzahl reduziert zwar den Gesamtwirkungsgrad des Bogens, macht jedoch das System Bogen-Sehne stabiler und unempfindlicher gegenüber schießtechnischen Fehlern. Gleichzeitig empfindet der Schütze den Abschuß weicher..... Das "Gewicht" der Sehne... erheblichen Einfluss auf den Spinewert des Pfeils haben...Vergrößern.. Verkleinern... den dynamischen Spinewert... usw und so fort... Zitatende
Holger Hüning , Zitat:
...Im Moment des Lösens rollt bzw. gleitet die Sehne um die Fingerspitzen herum...
könnte der Schütze die Vorteile einer dünnen Sehne voll ausschöpfen. Sie ist dann schnell, ihre Schuss-Fehleranfälligkeit kommt bei ihm kaum zum tragen. Aber für die meisten anderen Schützen ist genau diese Fehler-Schussanfälligkeit der Nachteil einer dünnen Sehne...
Zitatende
Belege, die diese Aussagen konkret unterstützen, habe ich keine gefunden, auch keine weiterführenden Literaturhinweise.
Gruß
ullr
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dreimaldiesechs
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Re: Die berüchtigte "zickige Sehne"

Beitrag von dreimaldiesechs » 26. Jul 2018, 20:42

Nun - ich habe mir jetzt extra mal eine extra dünne Sehne gewickelt - siehe viewtopic.php?f=23&p=579#p579

Idee (ich weiß, dass das etwas gewagt ist :? ): Die dicke Sehne ist so träge (fehlerunanfällig?), dass die Clearence nicht passt. Die dünne - so die Hoffnung - reagiert dann eher wie es Ihr der Pfeil vorgeben möchte (Primärdurchbiegung, Knotenpunkte auf der richtigen Linie, …).
Mal sehen sagte der Blinde. Wenn ich eine höhere Empfindlichkeit feststelle werde ich davon berichten (Morgen ist Training angesagt).
Gruß! Thomas
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Re: Die berüchtigte "zickige Sehne"

Beitrag von dreimaldiesechs » 27. Jul 2018, 20:56

Soooo, was das Streifen anbelangt, da hatte ich mit der dünnen Sehne heute deutlich weniger Streifschüsse und die haben sich in der Regel nicht so stark aufs Trefferbild ausgewirkt. Ist also immer noch knapp, aber ein Tick besser.

Was ich auf jeden Fall sagen kann: Das das ganze System jetzt 'zickiger' wäre ist mir nicht aufgefallen.
Gruß! Thomas
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