abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Fragen, Themen die sich mit dem Pfeil und dem Pfeilflug an sich befassen
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oko_wolf
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von oko_wolf » 25. Sep 2018, 10:51

Kitty hat geschrieben:
25. Sep 2018, 10:14
...Manche Trainer versuchen ihre Schützen ja auf das maximal von ihnen schiesßbare Zuggewicht zu trimmen. ..
Die Frage ist dann immer: Warum?
Kitty hat geschrieben:
25. Sep 2018, 10:14
... Wenn es darum geht möglichst noch lange den Bogensport zu betreiben, dann erscheint der Weg von ullr sinnvoller.
Ist er auch
__________
Viele Grüße
Wolf Dieter

test01
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von test01 » 25. Sep 2018, 11:10

oko_wolf hat geschrieben:
25. Sep 2018, 10:51
Kitty hat geschrieben:
25. Sep 2018, 10:14
...Manche Trainer versuchen ihre Schützen ja auf das maximal von ihnen schiesßbare Zuggewicht zu trimmen. ..
Die Frage ist dann immer: Warum?
Eine Antwort wäre die flachere ballistische Flugkurve und die damit verbundene geringere Höhenstreuung.
Ullr hat den Vorteil sicher schon mal berechnet... ;-)

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oko_wolf
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von oko_wolf » 25. Sep 2018, 11:33

test01 hat geschrieben:
25. Sep 2018, 11:10
...Ullr hat den Vorteil sicher schon mal berechnet... ;-)
Da gibt es meiner Meinung nach keinen Vorteil.
__________
Viele Grüße
Wolf Dieter

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ullr
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von ullr » 25. Sep 2018, 12:09

oko_wolf hat geschrieben:
25. Sep 2018, 11:33
test01 hat geschrieben:
25. Sep 2018, 11:10
...Ullr hat den Vorteil sicher schon mal berechnet... ;-)
Da gibt es meiner Meinung nach keinen Vorteil.
Im vorigen Jahrtausend ging es darum, eine schießbare Visiereinstellung auf 90/70m zu bekommen, sprich, das Visier über dem Pfeil und vorne am Bogen, nicht hinten. Mein erster Bogen, ein Greenhorn Bogen, einteilig, ein wunderschönes Stück Holz (ja, ich hab den noch...) hatte 'ne Endhaltekraft von 53lbs. Heute ist o.a. Ziel locker über vernünftig ausgelegte Wurfarm (Kurz.... Lach) vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis (Nepper, Schlepper, Schwätzer, Bauernfänger ablaufen lassen) der Wurfarme, Sehnenmaterial und gute Pfeilauswahl (bei Carbon gibt es bei mir folgende Reihenfolge: Easton ACE, ACG, ACC dann ne Rolle Klopapier, dann noch eine und dann irgendwelche anderen Pfeiltypen) Wer auf Angebote 20 Carbonpfeile für insgesamt 20.- Euronen reinfällt ist entweder schlecht beraten oder... OK, ich brauch keine Ermahnung der Admins.... :lol:
Es geht eigentlich darum, ein Pfeil-Bogensystem mit moderaten Endhaltekräften so abzustimmen, dass es seine größtmögliche Pfeilgeschwindigkeit erreicht. Nen kleinen Vorteil bringt es schon wenn der Pfeil abgeht wie Schmidt's Katze...
Und das jetzt nicht ganz ernst nehmen: Eine Panzerkanone hat schon eine deutlich bessere Treffgenauigkeit als eine Haubitze. :lol:
Christian
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Kitty
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von Kitty » 25. Sep 2018, 13:00

test01 hat geschrieben:
25. Sep 2018, 11:10
Eine Antwort wäre die flachere ballistische Flugkurve und die damit verbundene geringere Höhenstreuung.
Wieso sollte die Streuung durch eine flachere Flugbahn kleiner werden? Ich denke jetzt nur am Bogenschützen, die ins Gold zielen. Es geht nicht darum, dass Schützen auf 70m über die Scheibe zielen. Da geht die Präzision verloren.

Eine flachere Flugbahn kann auch erreicht werden, wenn das Material optimiert wird. Ich kenne einige Frauen mit kleinen Auszügen und geringen Zuggewichten, die mit 70" Bogen schießen.
Ich glaube gerade im Frauenbereich kommt immer wieder zum Vorschein, dass sich viele auch nicht mit ihrem Material oder generell mit der Theorie des Bogenschießens beschäftigen. Bei den Herren tritt das Defizit weniger auf.
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

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ullr
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von ullr » 25. Sep 2018, 14:47

Ich zitiere mich mal selber:
Es geht eigentlich darum, ein Pfeil-Bogensystem mit moderaten Endhaltekräften so abzustimmen, dass es seine größtmögliche Pfeilgeschwindigkeit erreicht. Nen kleinen Vorteil bringt es schon wenn der Pfeil abgeht wie Schmidt's Katze...
Ich habe eben Gewissenserforschung bei mir betrieben.
Die Frage war zu klären: "Hast Du eigentlich diese Frage für den Bogenbereich mal einigermaßen systematisch untersucht?"
Die Antwort war: "Nein. :twisted: Ich habe diese Aussage für Pfeil- und Bogen einfach aus der Feuerwaffenballistik übernommen."
Die Aufforderung des kleinen Teufelchens im Ohr: "Dann aber mal zügig..."
Die Bedingungen der Rechnung waren: Luftdichte = 1.225kg/m^3, Pfeildurchmesser = 5.5mm, cw=5.3, Schußentfernung 90m. Der Winkelfehler, der vom Schützen gemacht wird, soll +0.1° betragen, das sind rund 1.7mm Visierverstellung (Zentidekamillimeter-Rechnung)
Die untersuchten Geschwindigkeiten waren 65m/s; 55m/s; 50m/s und 45m/s.
Ergebnis:
Die Höhenablage war in allen Fällen 15cm. Ne Kommastelle spar ich mir... ;)
Kein Einfluss der Geschwindigkeit.
Tja, da hat der ullr Geschwätz von vor 1000 Jahren einfach nachgebetet.
Sch.... :evil:
Aber dafür ist ein Forum ja gut, dass man mal wieder wirklich in's Nachdenken kommt.
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test01
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von test01 » 26. Sep 2018, 14:28

...mein physikalisches Bauchgefühl steht irgendwie Kopf :D
Mein Ansatz war eigentlich ganz simpel, wie im Bild schematisch festgehalten:

Scheibenneigung 10°.
Zwei Schützen mit dem gleichen vertikalen Fehlerwinkel schiessen auf gleiche Distanz.
Einer mit flacher (grün), der andere mit steiler Flugkurve (rot). Z.B. ist die obere grüne
Linie stellt den maximalen Fehler nach oben und die untere grüne den maximalen Fehler
nach unten dar. Die Auftreffdistanz zwischen beiden grünen Linien ist kleiner wie die
Distanz zwischen den beiden roten Linien.
compare.jpg
Den kleinste Auftreffdistanz hätten natürlich in diesem Fall Schützen, deren Pfeile im
0° Winkel zum Targetfläche aufschlagen.
Bei einem Turnier sind beim Einschiessen einigen Compund-Schützen die Pfeile abgebrochen
in den neuen Stramitscheiben. Man hat dann den Winkel der Targetscheiben so steil wie möglich gestellt,
um zu schräges Auftreffen zu minimieren.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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ullr
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von ullr » 26. Sep 2018, 16:22

test01 hat geschrieben:
26. Sep 2018, 14:28
...
Scheibenneigung 10°.
Die spielt bei der Betrachtung keine Rolle.
Bei einem Turnier sind beim Einschiessen einigen Compund-Schützen die Pfeile abgebrochen
in den neuen Stramitscheiben. ...
Das zeigt eher, dass es Compoundschützen gibt, die nicht fähig sind, ihre Ausrüstung richtig auszuwählen. Die haben entweder billige Pfeile oder bei Hochpreisprodukten Fehlkonstruktionen bei den Spitzen/Inserts verwendet.
ullr
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rstoll
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von rstoll » 2. Okt 2018, 08:57

die ursprünglich hier weitergeführte Diskussion habe ich abgekoppelt das es m.E. nicht mehr um die Ausgangsfrage ging und die Diskussion (Pfeilqualität/Pfeilbruch) ihren eigenen Stellenwert hat. Sie wird hier fortgeführt (rstoll)
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de

roman
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Re: abdriften im Wind... Speed oder Gewicht?

Beitrag von roman » 23. Dez 2018, 14:25

Hier mal eine schöne Veröffentlichung zu dem Thema: https://journals.sagepub.com/doi/abs/10 ... lCode=pipa
Die praktischeren Konsequenzen bei der Pfeilauswahl dann hier: https://journals.sagepub.com/doi/10.117 ... 7113483410
Eine etwas weniger technische Zusammenfassung gibt es unter http://www.bow-international.com/featur ... ght-arrow/ und http://www.bow-international.com/featur ... d-archery/ (empfehle aber eher die eigentlichen Paper oben zu lesen)

Viele Grüße
Roman

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