Spline - wie soll die weiche Pfeilseite im Bogen liegen

Fragen, Themen die sich mit dem Pfeil und dem Pfeilflug an sich befassen
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ullr
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Re: Spline - wie soll die weiche Pfeilseite im Bogen liegen

Beitrag von ullr » 11. Jan 2021, 09:37

Ein Hallenpfeil.
X7 2312, Easton AL
Spine 460
l=0,780m
Freigang vom Button =+0,002m
Spine 440:
Freigang= -0,004m Der Schaft klatscht mit dem Heck an den Button.
Spine 480
Freigang=+0,0096m
Als die Mode hochkam, möglichst dicke Pfeile in der Halle zu verwenden, damit ja die "Zehn" *) noch angekratzt wird, habe ich einer Schützin Pfeile gerechnet, die sie dann auch geschossen hat, die waren 150mm länger als tatsächlich benötigt. Ich baute ihr einen eleganten Vorbauklicker, der am Visierträger befestigt war. 125mm lange Naturfedern, herrlich... Die Pfeile sahen schon im Köcher geil aus und flogen wie 'ne Eins... Wie am Schnürchen gezogen... Nur eben doch nicht immer in die Zehn... ;)
Die Rechnung von solchen Geschossen ist ziemlich tricky... Ich habe da viel gelernt...
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
*) ich weiß, ich mache mich jetzt unbeliebt, aber ich hätte dieses Theater durch einen Satz in der Sportordnung beseitigt:
"Der Ring, der von innen her berührt wird, zählt. "
:mrgreen:
Duck und weg....
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Abow
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Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Abow » 11. Jan 2021, 10:12

Der „minimale Abstand Button/Pfeilschaft im Schuss“ zwischen 10 und 40 mm
scheint ganz was anderes zu sein als der „Freigang“ zwischen 2 und 9,6 mm mit
Anklatschen des Schaft-Hecks am Button.

Aber das hier zu erörtern, würde noch weiter vom Thema weg führen.

Coolblue
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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Coolblue » 11. Jan 2021, 14:04

Abow hat geschrieben:
11. Jan 2021, 10:12
Aber das hier zu erörtern, würde noch weiter vom Thema weg führen.
Ich würde meinen, wir sind immer noch mitten drin im Thema. Ob du den Spine jetzt wissentlich um 10 oder 20 Tausendstel veränderst, oder ob das aus den Toleranzen deines Materials (oder der Ausrichtung deines Pfeils) resultiert, spielt ja in der Praxis keine Rolle.

Das erste Beispiel beschrieb eine "gutmütige" (fehlertolerante) Abstimmung. In der Ausgangssituation mit 20mm Abstand zwischen Schaft und Button. Eine Reduzierung des Spines um satte 40/1000 führt hier lediglich zu einer Reduzierung der Clearance auf 10mm. Also immer noch ganz okay. Von 20mm ausgehend ist das mehr als genug, um sowohl gelegentliche Schießfehler, als auch Materialtoleranzen zu verkraften.

Das zweite Beispiel zeigt eine "kritische" Abstimmung, mit nur 2mm Clearance in der Ausgangssituation. Ein klein bisschen härter und/oder ein Lösefehler und es macht "klatsch". Aber eine Erhöhung des Spines um ebenfalls 20/1000 bringt schon wieder einen recht akzeptablen Abstand zwischen Schaft und Button. Das Verhältnis zwischen Spine (und allem anderen, was die Primärbiegung bestimmt) und Clearance ist halt nicht linear.

Grüße,
Andreas

Abow
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Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Abow » 11. Jan 2021, 15:06

Coolblue hat geschrieben:
10. Jan 2021, 12:31
Die Ausrichtung der Schäfte ist ja eh nur für die ersten 2-3
Biegungen relevant. Wenn dein System aber fehlertolerant
genug ist (Clearance), dann sollte es ziemlich egal sein, ob
du ein paar Tausendstel mehr oder weniger am Button hast.
Wenn auch hier „tausendstel Meter“ - mm - gemeint waren
sind wir tatsächlich mitten im Thema. Aber dann wäre die Ausrichtung
der Schäfte nicht irrelevant. Gut dass es die Videos von Henning
Lüpkemann https://www.youtube.com/watch?v=ogHm3z6fPLA
und Jake Kaminski https://youtu.be/h3NXPsmF2vU gibt.
Danke für die Diskussion.

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ullr
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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von ullr » 11. Jan 2021, 16:05

Abow hat geschrieben:
11. Jan 2021, 10:12
Der „minimale Abstand Button/Pfeilschaft im Schuss“ zwischen 10 und 40 mm
scheint ganz was anderes zu sein als der „Freigang“ zwischen 2 und 9,6 mm mit
Anklatschen des Schaft-Hecks am Button.

Aber das hier zu erörtern, würde noch weiter vom Thema weg führen.
Richtig. Das hängt stark von dem Pfeil-Bogensystem ab. Prinzipiell liegt es an der kritischen Knicklänge des Schaftes, also der Frage, ab welcher Belastung knickt der Schaft überhaupt. Du kannst diese beiden Beispiele so lesen, dass es relativ gutmütige Systeme und extrem zickige gibt.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
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Coolblue
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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Coolblue » 11. Jan 2021, 16:57

Abow hat geschrieben:
11. Jan 2021, 15:06
Wenn auch hier „tausendstel Meter“ - mm - gemeint waren sind wir tatsächlich mitten im Thema.
Sorry, mein Fehler. Gemeint waren hier tausendstel Inch - in Bezug auf den Spine.
ullr hat geschrieben:
11. Jan 2021, 16:05
Du kannst diese beiden Beispiele so lesen, dass es relativ gutmütige Systeme und extrem zickige gibt.
Ich verstehe das so, dass in beiden Beispielen die jeweilige Ausgangssituation die Kriterien des Blankschafttests bereits erfüllt hat - mal mit 20mm und mal mit 2mm Clearance. Richtig?

Was machst du dann mit so einem "zickigen" System? Alle Maßnahmen um die Clearance zu vergrößern, würden ja auch die Lage des Blankschafts verändern. Akzeptiert man das dann so wie es ist, oder sollte man das System an der Stelle lieber aufgeben und stattdessen andere Schäfte testen?

Grüße,
Andreas

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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von ullr » 11. Jan 2021, 18:09

Coolblue hat geschrieben:
11. Jan 2021, 16:57
ullr hat geschrieben:
11. Jan 2021, 16:05
Du kannst diese beiden Beispiele so lesen, dass es relativ gutmütige Systeme und extrem zickige gibt.
Ich verstehe das so, dass in beiden Beispielen die jeweilige Ausgangssituation die Kriterien des Blankschafttests bereits erfüllt hat - mal mit 20mm und mal mit 2mm Clearance. Richtig?
Ja.
Was machst du dann mit so einem "zickigen" System? Alle Maßnahmen um die Clearance zu vergrößern, würden ja auch die Lage des Blankschafts verändern. Akzeptiert man das dann so wie es ist, oder sollte man das System an der Stelle lieber aufgeben und stattdessen andere Schäfte testen?
...
Der Betreffende bekommt von mir ja die Ergebnisse. Und ich rate ihm bei dem zickigen System vorsichtig bei Änderungen zu sein, die in Richtung "zu steif" gehen. Wenn er Pfeile hat, deren Spine abweicht (das habe ich bei Al Pfeilen von Easton noch nicht gehabt) merkt er es ja beim Treffbildbeschuss.
Wenn Du die Daten nicht hat, dann halt Methode des Ratens und Probierens, dann merkst Du es, wenn Du eine Änderung machst, wie der Pfeil reagiert.
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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Abow » 12. Jan 2021, 09:29

Coolblue hat geschrieben:
11. Jan 2021, 16:57
Gemeint waren hier tausendstel Inch - in Bezug auf den Spine.
Und wie ist „Tausendstel“ in Bezug auf das Thema hier – den Button – zu verstehen?

P.S.: Die Möglichkeiten, die Clearance zu verbessern, erläutert Ashe Morgan in diesem
Online Archery Academy Video https://www.youtube.com/watch?v=qZVqySj ... e=youtu.be

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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Coolblue » 12. Jan 2021, 11:00

Abow hat geschrieben:
12. Jan 2021, 09:29
Und wie ist „Tausendstel“ in Bezug auf das Thema hier – den Button – zu verstehen?
Kann sein, dass wir hier gerade aneinander vorbei schreiben. Was ja schnell mal vorkommen kann, wenn man nicht in Echtzeit miteinander spricht. Also nochmal schnell zurück zu meiner Aussage.
Wenn dein System aber fehlertolerant genug ist (Clearance), dann sollte es ziemlich egal sein, ob du ein paar Tausendstel mehr oder weniger am Button hast.
Was ich meinte, ist, dass es bei einer gutmütigen Abstimmung nicht gleich zu Clearance Problemen kommt, wenn die Schäfte Spine Toleranzen haben (von Schaft zu Schaft, und/oder entlang ihres Umfanges).

Mit "ein paar Tausendstel am Button" war also die Spine Differenz in 1/1000 Inch gemeint. Sprich, ob du an der dem Button zugewandten Seite des Schaftes z.B. 500/1000" oder 510/1000" anliegen hast.

Ich bemühe mich zwar, möglichst präzise zu schreiben - aber es will mir nicht immer gelingen. ;)

Grüße,
Andreas

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Re: Spline - Ausrichtung des Pfeils

Beitrag von Abow » 12. Jan 2021, 12:35

Coolblue hat geschrieben:
12. Jan 2021, 11:00
Ich bemühe mich zwar, möglichst präzise zu schreiben -
aber es will mir nicht immer gelingen. ;)
Jedenfalls jetzt ist dir das perfekt gelungen - und zuvor
lag es sicher nicht nur an dir, dass ich es nicht verstand.
Danke!

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