Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Fragen, Themen die sich mit dem Pfeil und dem Pfeilflug an sich befassen
Benutzeravatar
Kitty
Beiträge: 205
Registriert: 16. Jul 2018, 21:34

Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von Kitty » 19. Jul 2018, 22:06

Guten Abend Bogenschützen,

die AC-Pfeilschäfte - insbesondere die ACC, ACG und ACE - sind sehr weit verbreitet. (Ich habe Erfahrungen mit dem ACC und dem ACE gemacht.) Im Profibereich kommen noch die X10 hinzu.
Es wird oft über die Easton AC-Pfeile gesprochen und Vergleiche gezogen. (Im alten Forum gab es auch einige Diskussionen.)
Ich würde gerne einmal hören, wie eure Erfahrung mit den genannten Pfeilen sind.
Habt ihr auch mal Vergleiche gezogen? Welche Erfahrungen habt ihr auf der Langstrecke bei Wetterbeeinträchtigungen gemacht?
Diesen Artikel finde ich sehr interessant: https://rz-home.de/~cnentwig/verwehtepfeile.html
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

archer88
Beiträge: 10
Registriert: 19. Jul 2018, 20:31

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von archer88 » 21. Jul 2018, 15:57

Das relevante ist der Pfeildurchmesser bzgl. Windempfindlichkeit. Als Beispiel sei hier mal mein Fall Spinewert ca. 500/520 dargestellt:

ACE 520: D=5,49mm G=6,7gr/inch
ACG 480: D=5,74mm G=8,4gr/inch
C1 500: D=5,74mm G=7,4gr/inch
ACC 500: D=6,53mm G=8,1gr/inch

Dieser Effekt wird bei weiter zunehmendem Spine deutlich und abnehmendem Spine vernachlässigbarer, aber in meinem Fall erkennt die Sinnlosigkeit des EInsatzes des parallelen ACC, da er erstens sehr viel Dicker und auch relativ schwer ist. Der C1 ist wiederum genauso dick wie der ACG, ist aber um 12% leichter was durchaus zu einer Windempfindlichkeit führen könnte. Am leichtesten und gleichzeitig dünnsten ist der ACE.

Nun könnte man jeweils den Durchmesser und das Gewicht ins Verhältnis setzen so bekommt man:

ACE=0,82mm*inch/gr
ACG=0,68mm*inch/gr

Daraus könnte man nun schließen das der ACG ein kleineres Verhältnis hat und aufgrund des hohen Gewichtes weniger Windempfindlich reagiert als der ACG. Zur näheren Betrachtung sollte hier sich vielleicht mal den ACE 470 anschauen:

ACE 470=5,66mm / 6,8gr/inch = 0,83mm*inch/gr

Das ergibt nun als Ergebnis, dass wenn man auf ein besonders geringes Gewicht wert legt man den ACE nehmen sollte, hat man genügend Power um alle Distanzen bequem zu erreichen kann man den ACG nehmen um einen weniger Windempfindlichen Pfeil zu finden. Allerdings kann man das nicht allgemeingültig sehen, auch wenn der ACG wie auch der AC Navigator vorher als durchaus Bockschwer galten. Mit den heute sehr guten Wurfarmen, ich komme mit 39 Lbs. ohne größere Probleme auf 90m, kann man gut und gerne den ACG nehmen auch wenn der Carbon One eine gute und günstige Alternative bietet.
Hoyt Formula Ion-X - MK Mach X 32# - AGF Safari - Fuse Blade Monostabi - Beiter Seitenstabi - Shibuya Spinne - Shibuya Ultima Rest - Beiter Button

Benutzeravatar
ullr
Beiträge: 488
Registriert: 28. Mai 2018, 09:39

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von ullr » 21. Jul 2018, 17:36

Dünn und schwer ist ja das Prinzip, was Easton mit den X10 in den Markt gedrückt hat. Nur, die Versprechungen sind nicht haltbar. Die Begründung hat Kitty ja schon gepostet.
Oder etwas unhöflicher: Die Aussage, dass der X10 weniger windanfällig als der ACE ist, kann man einen alternativen Fakt nennen. Oder virales Marketing...
Gruß
ullr
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
- Benjamin Franklin –
Meine Website

archer88
Beiträge: 10
Registriert: 19. Jul 2018, 20:31

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von archer88 » 21. Jul 2018, 22:44

Objektiv betrachtet ist es aber so. Ob man das als relevant in der Praxis wahrnimmt ist wiederum eine ganz andere Frage. Wenn ich aber einen Versuchsaufbau aufbaue und nen X10, ACE, ACG ähnlicher Steifigkeit mit gleicher Kraft beschleunige und einen Seitenwind aufbringe müsste sich der ACE stärker als die anderen beiden Pfeile ablenken lassen.

Ich denke aber eher das der relevante Einfluss der auf den Bogen, Stabilisation oder den Bogenarm ist und den Korntunnel an sich aus dem Zentrum drückt.
Hoyt Formula Ion-X - MK Mach X 32# - AGF Safari - Fuse Blade Monostabi - Beiter Seitenstabi - Shibuya Spinne - Shibuya Ultima Rest - Beiter Button

Benutzeravatar
dreimaldiesechs
Beiträge: 96
Registriert: 1. Jun 2018, 16:34
Wohnort: Reutlingen

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von dreimaldiesechs » 22. Jul 2018, 07:50

archer88 hat geschrieben:
21. Jul 2018, 22:44
Wenn ich aber einen Versuchsaufbau aufbaue und nen X10, ACE, ACG ähnlicher Steifigkeit mit gleicher Kraft beschleunige und einen Seitenwind aufbringe müsste sich der ACE stärker als die anderen beiden Pfeile ablenken lassen.
Ich habe Christians Ausführung jetzt nicht im Detail gelesen, aber ich glaube die Key Message ist, dass - auf Dein Beispiel bezogen - der ACE eben auch weniger lange unterwegs ist und somit dem Seitenwind weniger lange ausgesetzt ist, und dass sich beide Faktoren gegenseitig mehr oder weniger aufheben.
Gruß! Thomas
------------
WIAWIS Nano Max 27" | RCX100 Short 45,5# im Vollauszug | Shibuya Ultima | Fivics CEX 2000 Stabilisation
ACG 480 100gn 31" vom Nockboden (32,35" AMO)

Tim-Buktu
Beiträge: 2
Registriert: 17. Jul 2018, 08:14

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von Tim-Buktu » 23. Jul 2018, 11:36

Also, ich schieße zur Zeit wieder Ace, zuvor X10, aber nur weil mein X10 nicht mehr passte, und einen passenden Ace hatte ich noch daheim.
Meine Feststellung, auch die anderer Schützen mit Niveau ist, dass der X10 bei Wind weniger wegdriftet, als der ACE (bei gleichem Zuggewicht und Beförderung).

Benutzeravatar
Kitty
Beiträge: 205
Registriert: 16. Jul 2018, 21:34

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von Kitty » 23. Jul 2018, 13:42

Auf der Langstrecke (70m) habe ich mittlerweile 4 Pfeile geschossen.
Easton CarbonOne war zugegebenermaßen noch zu meiner Holzbogenzeit. Da habe ich noch über die Auflage gestreut. Für den Metallbogen musste ich mir steifere Pfeile zulegen. Das waren damals die ACC. Die habe ich mit den leistungsstarken Uukha-Wurfarmen nicht mehr abgestimmt bekommen. Sie waren zu weich und ein Kürzen des Schaftes war nicht möglich. Das zeigte sich auch darin, dass ich von den Ringzahlen her auf der Stelle getreten habe. Die ACC-Pfeile, die vermutlich passen würden, waren mir ehrlich gesagt zu schwer und dick. Kann dann ja fast schon Aluminium schießen.
Ich finde es angenehm, wenn ich mit meinem nicht so hohen Zugegwicht nicht so hoch halten muss, um auf 70m zu kommen.
Nach den ACC kamen Carbonpfeile eines anderen Herstellers zum Einsatz. Das war dann auch langsam die Zeit, wo man langsam von Gruppen auf 70m sprechen konnte.
Dieses Jahr habe ich mir neue Wurfarme und auch neue Pfeile gegönnt. Das waren die ACE. Im Vergleich zu den Carbonpfeile muss ich sagen, dass der ACE bei Starkregen deutlich weniger empfindlich reagiert. Mit den anderen habe ich spürbar höher zielen müssen. Auch bei Wind fand ich die ACE überraschend wenig anfällig.
Die X10 sind für mich vor allem Pfeile für das Profisegment. Da werden auch Zugewichte geschossen, die einen verhältnismäßig schweren Pfeil erlauben. Im Amateurbereich schießen Männer des öfteren ACE auf 90m und auf alle anderen Entfernungen ihre X10. Und Frauen werden wohl manchmal Problem haben mit X10 die 70m zu erreichen.
Ich denke mit dem ACE habe ich erst Mal einen guten Pfeil gekauft. Die anderen kann ich zum Kaputtschießen im Training nutzen. Den ACE kann ich so auf den Kurzdinstanzen schonen.
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

archer88
Beiträge: 10
Registriert: 19. Jul 2018, 20:31

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von archer88 » 23. Jul 2018, 15:45

Ich habe auch eine ganze Reihe an Pfeilen geschossen, von zunächst natürlich Alu über ACC, AC Navigator, ACE, wieder ACC, später nochmal Carbon One und jetzt wieder ACE. Meine aktuellen Pfeile sind aber gebrauchte ACE gewesen wovon ich auch nur noch 8 Stück hab. Ich fange jetzt aber gerade erst wieder nach 2 Jahren inaktivität an und für Halle hab ich noch genügend X7ner und wenn es im März wieder raus geht muss ich mal schauen, aber da demnächst als Master-Ingenieur zu arbeiten anfange und das finanziell nicht so das Problem sein sollte werde ich vermutlich wieder ACE nehmen!

Ich würde da eher allgemein in vier Kategorien denken, Carbon One für Einsteiger, ACG für junge ambitionierte Schützen, ACE für den Hobbyschützen mit höheren Ansprüchen und X10 für den reinen Profibereich, wer nicht im Nationalkader schießt für den sind 500€ für 12 Pfeile deutlich überdimensioniert!

Ich hab mit meinen 31"-Schäften den Vorteil Pfeile bei einem Fehlkauf gut weiterverkaufen zu können, Schützen mit 27" haben da das Nachsehen!
Hoyt Formula Ion-X - MK Mach X 32# - AGF Safari - Fuse Blade Monostabi - Beiter Seitenstabi - Shibuya Spinne - Shibuya Ultima Rest - Beiter Button

Benutzeravatar
Kitty
Beiträge: 205
Registriert: 16. Jul 2018, 21:34

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von Kitty » 23. Jul 2018, 16:11

archer88, wie sieht bei dir der Vergleich zwischen ACC und ACE aus? Du hast sie ja beide geschossen.

Der X7 ist für die Halle super und für 10€ für den kompletten Pfeil kann man nichts sagen.
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

Benutzeravatar
ullr
Beiträge: 488
Registriert: 28. Mai 2018, 09:39

Re: Aluminium-Carbon-Pfeilschäfte von Easton

Beitrag von ullr » 23. Jul 2018, 17:25

dreimaldiesechs hat geschrieben:
22. Jul 2018, 07:50
Ich habe Christians Ausführung jetzt nicht im Detail gelesen, aber ich glaube die Key Message ist, dass - auf Dein Beispiel bezogen - der ACE eben auch weniger lange unterwegs ist und somit dem Seitenwind weniger lange ausgesetzt ist, und dass sich beide Faktoren gegenseitig mehr oder weniger aufheben.
Ja. Ich habe keinen einzigen klaren Hinweis gefunden, weshalb der X10 besser sein soll als der ACE. Der Hinweis auf den Profibereich ist nicht hilfreich. Profis sind gesponserte Berufsschützen, wer deren Hinweise und Empfehlungen ernst nimmt, ist selber schuld. Ein Hinweis würde ziehen:
Die klare Aussage von Easton, dass der Toleranzbereich hinsichtlich des Spine beim X10 stark eingeschränkt ist, also ein deutlich engerer Toleranzbereich im Spine. Und da rede ich über +/- 10 Punkte. Und das garantiert.
Gruß und
"Gut Schuß!"
Christian
One of the greatest tragedies in life
is the murder of a beautiful theory
by a gang of brutal facts.
- Benjamin Franklin –
Meine Website

Antworten