Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

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test01
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Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von test01 » 3. Aug 2018, 00:01

Hallo Forum,

meine Pfeile reagieren allesamt zu hart (d.h. die Rohschäfte liegen links der gefiederten Gruppe).
Mit 38lbs , 28,5 inch Schaftlänge , UHYRE 750 mit 110gn Einschraubspitze sind schon komisch, wenn andere
mit 34lbs 600er UHYRE und 120gn (bei gleicher Länge) diese Probleme nicht haben. Versuche ich die
Blanken dann mittels Button in die Gruppe zu bekommen (Button herausdrehen) wird der Buttondruck
so jämmerlich klein, dass ein Anschlagen des Hecks bei weniger gutem Lösen wohl stattfindet. Anzumerken wäre noch:
Die Blanken haben Klebeband an Stelle der Befiederung. Gewicht aller Pfeile gleich.

Probiert habe ich auch: ACE620 mit 120gn und spinwings /kein pinnock.
Blanke landen wieder links, auch bei Verringerung des Buttondrucks ändert sich das nur in geringem Umfang.

Wo würdet ihr mit der Ursachensuche beginnen?
Momentan habe ich den center-shot im Verdacht. Den kann ich nur ca. peilen... Stringmitte über die Referenzpunkte (bei mir
die Löcher für die Konterschrauben des Tillers) und dann nach vorn zur Pfeilspitze schielen. Momentan 1/2 Pfeildicke.

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dreimaldiesechs
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von dreimaldiesechs » 3. Aug 2018, 07:01

Hallo test01!
Allerwichtigste Nachricht: Vergiss das mit der Buttonhärte! Wenn der Pfeil im System zu weich/hart reagiert, dann kannst Du z.B. an folgenden Parametern verändern: Pfeillänge, Spitzengewicht, Gewicht am Heck, Spinewert, Zuggewicht, Standhöhe, Sehnenstärke, Sehnenmaterial, etc.. Sprich entweder passt Du den Pfeil an, oder die Wurfgeschwindigkeit des Bogens. Der Button hat keinen Effekt wenn es darum geht den Pfeil mit dem System abzustimmen.

Schraubspitzen? Dann mach als erstes mal 120er rein. Wenn da der Rohschaft nicht weiter rechts steckt, dann hast Du ein anderes Problem.
Gruß! Thomas
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ullr
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von ullr » 3. Aug 2018, 08:32

dreimaldiesechs hat geschrieben:
3. Aug 2018, 07:01
Hallo test01!
Allerwichtigste Nachricht: Vergiss das mit der Buttonhärte! Wenn der Pfeil im System zu weich/hart reagiert, dann kannst Du z.B. an folgenden Parametern verändern: Pfeillänge, Spitzengewicht, Gewicht am Heck, Spinewert, Zuggewicht, Standhöhe, Sehnenstärke, Sehnenmaterial, etc.. Sprich entweder passt Du den Pfeil an, oder die Wurfgeschwindigkeit des Bogens. Der Button hat keinen Effekt wenn es darum geht den Pfeil mit dem System abzustimmen.

Schraubspitzen? Dann mach als erstes mal 120er rein. Wenn da der Rohschaft nicht weiter rechts steckt, dann hast Du ein anderes Problem.
Es ist halt das alte Problem: Einen bereits gekauften Pfeil an den Bogen anzupassen:
Ist der ausgewählte Typ zu weich, muß man das Glück haben, dass die Beratung vorher so war, dass bei der Pfeillänge noch mindestens 2cm Platz zum Abschneiden ist. Die Spitze sollte eher auf der leichten Seite liegen. Der Pfeil wird dann in 5mm-Schritten gekürzt. Nur der unbefiederte Pfeil. Beim Testen muß dann halt, bevor der unbefiederte geschossen wird, der Klicker verstellt werden... Das macht man solange, bis auf 10m der unbefiederte gekürzte in der Gruppe der befiederten steckt. Mit der Spitzenmasse ist dann, wenn alle Pfeil gekürzt sind, und der Pfeil immer noch einen Ticken (mehr wird es nicht sein) zu hart reagiert, die endgültige Abstimmung durchzuführen (schwerere Spitze). Die Länge geht quadratisch in die Wirkung ein. D.h., wenn Du einen Pfeil mit dem Spinewert von 700 mit der Schaftlänge von 650mm um 10mm kürzt (1.5% der Länge) , würde sich das Verhalten des Pfeil so ändern, als ob Du anstelle des Spines von 700 einen mit 680 hättest. Das ist ein grober Wegweiser. Er zeigt aber, dass man bei größeren Schritten schnell im Abgrund (2x abgeschnitten und immer noch zu kurz) landet.
Reagiert der Pfeil direkt zu steif, ist in den meisten Fällen Hopfen und Malz verloren. Die Vergrößerung der Spitzenmasse oder das Hochtillern der Endhaltekraft wird nur selten die Lösung bringen.
Gruß, eine schönes Wochenende und
"Gut Schuß!"
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dreimaldiesechs
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von dreimaldiesechs » 3. Aug 2018, 09:11

ullr hat geschrieben:
3. Aug 2018, 08:32
Reagiert der Pfeil direkt zu steif, ist in den meisten Fällen Hopfen und Malz verloren. Die Vergrößerung der Spitzenmasse oder das Hochtillern der Endhaltekraft wird nur selten die Lösung bringen.
Da hast Du schon recht - nur ist der Pfeil jetzt halt schon zu steif. Bevor er jetzt gleich neue Pfeile kauft wäre es auf jeden Fall empfehlenswert erst zu versuchen, ob er es über Spitze und Endhaltekraft nicht vielleicht hinbekommt.
Gruß! Thomas
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rstoll
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von rstoll » 3. Aug 2018, 09:55

@test01:
ich würde ganz gerne mal prüfen, was onTarget für Deine Konfiguration auswirft (auch wenn Christian -vorsichtig ausgedrückt - kein großer Fan solcher Software ist).
Liefere bitte mal die Daten
- Bogenlänge
- Standhöhe
- Auszugslänge (Button-Nockbett)
- Zuggewicht auf den Fingern
- Schaftlänge
- Pfeilbezeichnung
- Spine
- Spitzengewicht (sofern vorhanden getrennt in Insert und Spitze)
- Nockgewicht (oder Nock-Bezeichnung)
- Befiederung (bezeichnung, Länge, ggf. Gewicht)
Die Ergebnisse können ja dann auch gerne von anderen hinsichtlich der Tauglichkeit der Software als Annäherung überprüft werden.
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de

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Kitty
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von Kitty » 3. Aug 2018, 10:00

Test1, die Uhyre sollen laut Hersteller ja generell härter reagieren. Das heißt, man soll als Recurver weichere Spinewerte wählen.
Durch deinen Vergleich kommt aber auch der Verdacht auf, dass der Pfeilschaft bei der Herstellung falsch beschriftet wurde. heisem hat das mal bei anderen Schäften der Firma Aurel gehabt.
Ich würde mich mal an deiner Stelle an den ACE begeben. Da hast du auch den Vorteil, dass so gut wie jeder Händler Komponenten für Schäfte der Firma Easton hat.
Wenn es dir möglich ist, würde ich das Zugewichte erhöhen und gucken, ob der nackte Pfeil langsam in die Gruppe der befiederten kommt.
Mit dem Button kannst du keine Pfeile passend machen.
Auf welche Entfernung schießt du denn die Blankschäfte? Und wie weit links sind die Rohschäfte?
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von test01 » 3. Aug 2018, 10:14

@ullr ,@dreimaldiesechs


prinzipiell ist mir klar an welchen Parametern ich stellen kann.

Der Schaft wurde von mir auch vorsichtshalber 15mm länger gelassen als notwendig,
damit ich eben noch Luft zum Kürzen habe. Der Klicker steht daher so weit vorn, das
ich mir eine längere, provisorische Klickerplatte bauen musste.
120gn bekomme ich mit dem Schraubspitzensystem nicht geregelt, maximal möglich:
51gn Spitze und 59gn Insert = 110gn. Klar: mit 120gn und 130gn werden die Blanken
irgendwann bei der Gruppe sein, aber ich denke es muss sich irgendwo im setup ein
Fehler eingeschlichen haben, da der spinewert schon viel zu weich ist.

Warum ich das denke? ...
Weil der Kollege mit 34lbs , weniger Zuggewicht, aber 3 Stufen härteren Schaft,
diese Probleme nicht hat. Mir ein Rätsel.
Bei Meisterschaften mal umgeguckt: Schützen mit meinem Zuggewicht und ähnlichem Auszug
schiessen alle: 570, 600,610,620er spines, also deutlich härter wie meine 750er (700er).
Ein Kadertrainer meinte bei 38lbs und 28,5inch Auszuglänge würde er mit 620 ACE 120gn und spinwings
das Tuning beginnen. Also wieder ein deutlich härterer Schaft bei 10gn höherem Spitzengewicht.
( Ich weiss dass die Firma Aurel mit den spinewerten etwas diffus agiert und sagt, man soll einen ganzen spinewert
abziehen bei normalen Wurfarmen aber mit einen halben spinewert bei schnellen Wurfarmen rechnen kann.
Meine sind MK Korea Veracity (also schon schnelles Material), also entsprechen 750 = 700.)



Wegen dieser drei Beispiele vermute ich, dass ich einen Fehler im setup habe oder einen Wert falsch ablese und da fiel mein Verdacht auf den center-shot (Parallaxenfehler???). Ich werde diesen wohl versuchsweise ändern und schauen was sich tut. Momentan steht er (nach meinen Augen zumindest ... ;-) )auf halbe Schaftbreite , ich probiere mal ganze Breite, dreiviertel Breite und viertel Breite. Direkt Mitte ist wohl nur bei den X10 anzuwenden.

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rstoll
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von rstoll » 3. Aug 2018, 10:24

clearance sichergestellt?
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von test01 » 3. Aug 2018, 10:55

@rstoll

Hallo Nachbar...
Was genau meinst Du mit clearance?
Anschlagen des Pfeilhecks am Bogenfenster?

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ullr
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Re: Einstellproblem --- Pfeile immer zu hart

Beitrag von ullr » 3. Aug 2018, 10:56

test01 hat geschrieben:
3. Aug 2018, 10:14
Wegen dieser drei Beispiele vermute ich, dass ich einen Fehler im setup habe oder einen Wert falsch ablese und da fiel mein Verdacht auf den center-shot (Parallaxenfehler???). Ich werde diesen wohl versuchsweise ändern und schauen was sich tut. Momentan steht er (nach meinen Augen zumindest ... ;-) )auf halbe Schaftbreite , ich probiere mal ganze Breite, dreiviertel Breite und viertel Breite. Direkt Mitte ist wohl nur bei den X10 anzuwenden.
Du hälst den Bogen mit eingelegten Pfeil senkrecht vor Dich. Dann drehst Du ihn vorsichtig so, dass die Sehne mittig über die Tillerschrauben läuft. Wenn Du jetzt peilst (mit einem Auge, ;) ) siehst Du die Pfeilspitze im Verhältnis zur Sehne. Beim Rechtshandschützen solltest Du den Buttonvorstand so einstellen, dass der Durchmesser der Pfeilspitze die linke Kante der Sehne gerade tangiert. Den Button jetzt anknallen und damit die Abstimmung durchführen. Die Buttonspannung so einstellen, dass er sich gut bewegt, aber deutlich zu spüren ist. Mit dieser Einstellung bist Du auf der sicheren Seite. Der Buttonvorstand/seine Federspannung hat keinen wesentlichen Anteil an der Abstimmung. Wenn die Grundeinstellung so aussieht, sind die wesentlichen Parameter nur noch Schaftlänge, Spine, Endhaltekraft (nur schwach, da mit dem Tiller sie nur wirklich begrenzt änderbar ist) und Spitzengewicht (noch schwächerer Einfluss als Endhaltekraft).
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