Hohe Rohschäfte

Alle Themen die das Zusammenspiel von Pfeil und Bogen samt zugehöriger Tests betreffen
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heisem
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 21. Okt 2019, 19:57

dreimaldiesechs hat geschrieben:
21. Okt 2019, 19:03
heisem hat geschrieben:
20. Okt 2019, 20:14
Kurzum: Bei Border HEX immer mit sehr weichen Pfeilen arbeiten (ca. zwei bis drei Gruppen weicher als im Easton Tuning Chart
Diese Aussage (und die dazu weiter oben angeführten Werte) könnte man jetzt so interpretieren, dass zumindest Deine Border WA bei gleicher Endhaltekraft deutlich uneffektiver werfen als die für die Tuning Charts herangezogenen WA.
Hi,
genau das Gegenteil ist der Fall. Border WA werfen weicher als andere, daher auch die weichere Schaftauswahl. Das liegt an der Auszugkurve. Für Border HEX6 und höher berechnest du die Sehnenlänge mit Bogenlänge - 2", bei ATA sind es Bogenlänge - 3"; heißt, dass Border HEX weniger vorgespannt werden müssen. Trotzdem sind die Pfeile bei gleichem Zuggewicht um einiges schneller als bei herkömmlichen Recurves. Das liegt an der Auszugkurve, die mehr Energiespeicherung ermöglicht, sowie an der um knapp ein Zoll niedrigeren Standhöhe, wodurch der Beschleunigungsweg länger wird.
LG Heiko

PS: Sid hat heute die Auszugkurve der neusten Generation CV9 veröffentlicht. Gigantisch! (Mehr vielleicht später in einem eigenem Thread)
Hoyt Prodigy - Border Formula HEX6.5-H/68/36 - Gabriel GUX - Bogenmechaniker Button - SureLoc Contender-X - Skylon Paragon 750/28"/100 - Tungsten Points - Spidervanes - FF+ 18 Strands - Easton Bar - Fuse VFR - Custom Weights - Fairweather Tab L

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ullr
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von ullr » 22. Okt 2019, 09:36

heisem hat geschrieben:
21. Okt 2019, 19:57
dreimaldiesechs hat geschrieben:
21. Okt 2019, 19:03
heisem hat geschrieben:
20. Okt 2019, 20:14
Kurzum: Bei Border HEX immer mit sehr weichen Pfeilen arbeiten (ca. zwei bis drei Gruppen weicher als im Easton Tuning Chart
Diese Aussage (und die dazu weiter oben angeführten Werte) könnte man jetzt so interpretieren, dass zumindest Deine Border WA bei gleicher Endhaltekraft deutlich uneffektiver werfen als die für die Tuning Charts herangezogenen WA.
Hi,
genau das Gegenteil ist der Fall. Border WA werfen weicher als andere, daher auch die weichere Schaftauswahl. Das liegt an der Auszugkurve.....
Ja.
Ich habe mal die relevanten Daten zweier Hochleistungsbogen, (Hoyt GMX und Border Hex) zusammengestellt:
Border:
Gütewert: 0,61 (je näher an "1" umso besser)
Wirkungsgrad: 0,81 (je näher an "1" umso besser)
Federsteife im Endauszug:1,67N/cm (je kleiner, umso besser, sanfter im Endauszug)
Hoyt:
Gütewert: 0,54
Wirkungsgrad: 0,76
Federsteife im Endauszug: 4,2N/cm
Die Erklärungen und Zusammenhänge sind auf meiner Website unter
https://cnentwig.home.ktk.de/Innenballistik_Bogen.html
Es ist schon 'ne Weile her, dass ich diese Daten ermittelt habe, aber sie sind immer noch gültig. Sie wurden übrigens im gleichen Jahr ermittelt, sind also schon vergleichbar.
Und: würde Hoyt in der gleichen Richtung wie Border arbeiten, würde man es sofort an der Wurfarmform sehen. In meinen Augen hat Hoyt schwer den Anschluss verpasst. Sie hätten mehr in Entwicklung und nicht in Sponsoring und lyrischen Gesängen investieren sollen.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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dreimaldiesechs
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von dreimaldiesechs » 24. Okt 2019, 19:36

Sie werfen weicher?
Also ich habe jetzt nicht Physik studiert und zugegeben auch den von ullr verlinkten Bericht nicht gelesen - aber das hört sich zunächst an, als käme es aus dem Bullshit-Aussagen-Thread.

Ich hatte bisher verstanden, dass die Durchbiegung des Pfeils von der auf den Pfeil wirkenden Kraft abhängt. Je weniger Verluste bei gleicher Endhaltekraft desto mehr Energie auf den Pfeil, desto größer die Durchbiegung, desto kleiner muss der Spinewert gewählt werden.

Gleiche Endhaltekraft, höherer Spinewert - da hätte ich jetzt angenommen, dass die WA weniger effektiv sind.

Jetzt sagt Ihr, dass die WA den Pfeil am Anfang 'schonender' anschieben, und daher bei unter dem Strich mehr Energieübertragung weniger Durchbiegung stattfindet? Ja, wenn ich einen Pfeil über ein Strecke von vielen Metern langsam beschleunige, dann kann ich mir das noch irgendwie voerstellen, aber innerhalb weniger Zentimeter umgerechnet mehrere Pfund Differenz?

Oder anders: Ich bin schon einmal auf effektivere WA gewechselt und bei deutlich weniger Endhaltekraft hat der gleiche Spine weiter gepasst.
Ihr sagt: wenn ich von Standard-WA auf Border wechsele, dann brauche ich bei gleicher Endhaltekraft weichere Pfeile - und das ist dann auch der Nachweis dafür, dass die WA effektiver und schneller werfen.

Wow - klingt für mich als Laien erst mal nach Bauernfängerei ...
Gruß! Thomas
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ullr
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von ullr » 25. Okt 2019, 03:35

dreimaldiesechs hat geschrieben:
24. Okt 2019, 19:36
...

Wow - klingt für mich als Laien erst mal nach Bauernfängerei ...
Die Werte, die ich genannt habe, beruhen auf dem Programm, dass in meiner Website beschrieben ist. Dieses Programm ist ziemlich alt, und ich habe es an über 50 Bogen-Pfeilssystemen praktisch durch Beschuß mit unbefiederten Pfeilen überprüft. Es traf immer zu. Ich bin mir sehr sicher, dass es das Recurvebogen/Pfeilsystem genügend genau beschreibt.
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 25. Okt 2019, 16:25

666
Guck mal in meine Signatur. Und dann sage mir, ob du mit normalen Recurves eine vergleichbare Abstimmung hin bekämst. Gemessenes Zuggewicht 37,7 lbs übrigens. Bitte beachte dabei, dass ich mit 18 Strang FF+ eine recht träge Sehne schieße.
LG Heiko
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Burki
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von Burki » 25. Okt 2019, 17:32

Beschleunigung ist nicht mit Endgeschwindigkeit gleichzusetzen.
Wenn der Bogen ganz am Anfang stark beschleunigt und dann nachläßt, kann er einen Pfeil trotzdem ganz leidlich durchbiegen. Auch wenn die Beschleunigungn dann nachläßt.
Dazu braucht es nur einen ganz kurzen impuls.

Beispiel: ich hatte bis jetzt die SF Elite Carbon/Hight Foam Arme mit 44 lbs geschossen.
Vor etwas über einem Jahr hatte ich mir die im Bereich von der Mitte bis zum Nock um Durchschnittlich 12mm in der Breite verjüngt. Also im Bereich des Recurves.
Dadurch wurde die Beschleunigungsmasse erheblich reduziert und es standen nur noch 38 lbs auf den Fingern an (ich werde halt älter).
Der Auszug wurde angenehm weich im Ende, man konnte auch sehr schön sehen daß die Recurveenden mehr nach hinten gingen.
Trotzdem war die Geschwindigkeit meiner Pfeile (ACE 29" 620) um knapp 20% gestiegen.

Leider erlitten die in diesem Sommer einen Schaden durch direkte Sonneneinstrahlung und haben darausfolgend vor wenigen Wochen ihren Dienst für immer Quittiert.
Ein verdorbener Spaß ist noch genießbar...

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dreimaldiesechs
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von dreimaldiesechs » 25. Okt 2019, 19:16

@ Burki: Du schreibst, dass Du durch Reduzierung der WA-Masse die Effektivität der Wurfarme erhöht hast. Das ist ja ziemlich offensichtlich nachvollziebar.

@ heisem: Hilf mir auf die Sprünge: Ob man es hinbekommt mit knapp 38lbs einen 750er passend zu machen?
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 25. Okt 2019, 23:31

666, ja, unter den beschriebenen Bedingungen mit Hochleistungswurfarmen.
BTW: Meine älteren HEX6-W 68/38 auf einem GMX sind bei 40 lbs mit Avalon TecOne 800 mit 90 grn abgestimmt. Schieße ich im 3D. Pfeilgeschwindigkeit bei 210-215 fps.
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