Wie funktioniert mentales Training?

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Abow
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von Abow »

.
Weil hier wiederholt von „Mit mentaler Wettkampfvorbereitung zum Erfolg“ die Rede war:
Anders als in diesem Thread wird die Visualisierung, also die Vorstellung des Bewegungsablaufs ohne dessen Ausführung, darin nicht thematisiert.
abgemeldet01

Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von abgemeldet01 »

Abow hat geschrieben: 27. Feb 2023, 08:25 .
Weil hier wiederholt von „Mit mentaler Wettkampfvorbereitung zum Erfolg“ die Rede war:
Anders als in diesem Thread wird die Visualisierung, also die Vorstellung des Bewegungsablaufs ohne dessen Ausführung, darin nicht thematisiert.
Es gibt ja die klaren, wissenschaftlichen Erkenntnisse (Libet 1987) dass der unbewußte Vorlauf des Gehirns (Unterbewußtsein) ziemlich genau weiß, was in den nächsten 4 Sekunden passiert. Das ist jetzt grob und laienhaft dargestellt:
Das Gehirn (Unterbewußtsein) weiß also vor dem Bewußtsein, wann das Visierbild beim Zielen in die optimale Position rutscht und dann der Schuss automatisch gelöst werden sollte.
Hier ist der Vorgang mehr oder weniger stark vereinfacht dargestellt.
Wie man das mental trainieren kann, könnte nur ein Fachmann, der sich im Schießsport auskennt, genau beschreiben und das mentale Training eines Schützen/In individuell steuern.
"Mentaltrainer" ist ein nicht gesetzlich geschützter Begriff. "Mentaltrainer" als Studienfach wird beispielsweise im ILS angeboten. Es sind keine Bachelor- und Masterstudiengänge.
Gruß und klar doch,
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Abow
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von Abow »

DSB Webinar - Sportpsychologie "Werkzeugkiste für die 10"
Deutscher Schützenbund e.V.
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 28. Mär 2023, 09:34 Es gibt ja die klaren, wissenschaftlichen Erkenntnisse (Libet 1987) dass der unbewußte Vorlauf des Gehirns (Unterbewußtsein) ziemlich genau weiß, was in den nächsten 4 Sekunden passiert. Das ist jetzt grob und laienhaft dargestellt:
Das Gehirn (Unterbewußtsein) weiß also vor dem Bewußtsein, wann das Visierbild beim Zielen in die optimale Position rutscht und dann der Schuss automatisch gelöst werden sollte.
Hier ist der Vorgang mehr oder weniger stark vereinfacht dargestellt.
Wie man das mental trainieren kann, könnte nur ein Fachmann, der sich im Schießsport auskennt, genau beschreiben und das mentale Training eines Schützen/In individuell steuern.
"Mentaltrainer" ist ein nicht gesetzlich geschützter Begriff. "Mentaltrainer" als Studienfach wird beispielsweise im ILS angeboten. Es sind keine Bachelor- und Masterstudiengänge.
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Hallo Christian,

das Thema hatten wir meiner Meinung nach schon einmal. Bei dem Experiment von Libet geht es um den Nachweis, ob wir einen freien Willen haben, oder eher nicht. Um es einfach auszudrücken. Dass bewusste Handlungen im Vorfeld von unserem Gehirn diktiert werden. Bei dem Experiment ging es aber eben um bewusste Entscheidungen, die eben teilweise bis zu 1 Sekunde (keine 4) in unserem Gehirn dann zu Aktivitäten führte. Du vergleichst (oder verwechselst) das hier aber mit Konditionierung. Den bei Bogensport geht es eben genau darum. Um konditionierte Bewegungsabläufe, deren Ablauf eben im Vorfeld assoziiert wird. Unser Gehirn weiß dann eben, dass jetzt gleich z.B. der Klicker fällt. Das WANN ist aber wieder etwas anderes. Es kann eben durch Abweichungen von innen (unkonzentriert sein) oder außen (Wind, Geräusche etc.) variieren.
Davon ab ist Libet's Theorie in vielen Teilen heute schon widerlegt worden.

"....Eine Untersuchung des "Bernstein Center für computergestützte Neurowissenschaften" an der Charité in Berlin zeigte 2015, dass Probanden noch ein Veto einlegen können – auch nach Beginn des Bereitschaftspotenzials, das laut Neurophysiologe Libet bereits ausschlägt, bevor wir uns bewusst für eine Handlung entscheiden.
Laut der Berliner Forscher können wir eine Bewegung bewusst bis zu einem gewissen Zeitpunkt (dem sogenannten "point of no return") abbrechen. Und: Auch nach diesem Punkt können wir die Handlung noch verändern...."

(Zitat: Planet Wissen)

Gruß
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 28. Mär 2023, 09:34 ....
Wie man das mental trainieren kann, könnte nur ein Fachmann, der sich im Schießsport auskennt, genau beschreiben und das mentale Training eines Schützen/In individuell steuern.
"Mentaltrainer" ist ein nicht gesetzlich geschützter Begriff. "Mentaltrainer" als Studienfach wird beispielsweise im ILS angeboten. Es sind keine Bachelor- und Masterstudiengänge.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
Ich bin mir nicht ganz sicher, was Du uns damit sagen möchtest. Es stimmt, dass der Begriff "Mentaltrainer" keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung ist. Es gibt auch keine genauen Anforderungen, wie die "Ausbildung" auszusehen hat. Es gibt eine Vielzahl an Schulen, die dies inzwischen anbieten. Manche sind gut, manche weniger. Manch kleine bildet sehr individuell aus, manche großen Institute sind eher nur gewinnorientiert und auf Masse ausgelegt. Da muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Das gilt aber auch für studierte Fachleute mit Bachelor- oder Masterabschluss. Alleine die Ausbildung ist kein Garant dafür, dass derjenige weiß, was er tut oder wovon er redet. Mein Wissen rund um Mentaltraining, Psychologie und auch in Teilen der Neurobiologie basiert nicht auf meinen Zertifikaten. Es basiert zum Großteil auf meinen Erfahrungen, Einstellungen und meiner Persönlichkeit. Meine Art, Dinge zu betrachten und zu hinterfragen. Einer der größten Vorteile dabei ist Empathie. Einige Menschen können die verschiedensten Dinge um sich herum wahrnehmen (ideomotorisch). Ich bin dann eher derjenige, der durchaus auch vieles um sich herum wahrnimmt, aber gleichzeitig auch aus den verschiedensten Blickwinkeln auf eine Sache schauen kann (verdeckte Wahrnehmung). Und um Mentaltraining zu machen, muss man kein Fachmann im Schießsport machen. Man muss Abläufe im Gehirn verstehen und aufzeigen können.
Themen, die in die "Coachingtasche" gehören sind:

Grundlagen der Sportpsychologie - Kognitive und emotionale
Aspekte sportlicher Handlungen - Mentales Training (MT) -
Psychologische Erkenntnisgewinnung und Zielsetzung im Sport -
Training mentaler Fertigkeiten - Stressmanagement und
Entspannungstechniken - Motivationstraining

Ganz wichtig ist aber auch: Niemals aufhören zu lernen. 8-)


Gruß
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von abgemeldet01 »

mark1968 hat geschrieben: 30. Mär 2023, 18:17
ullr hat geschrieben: 28. Mär 2023, 09:34 Es gibt ja die klaren, wissenschaftlichen Erkenntnisse (Libet 1987) dass der unbewußte Vorlauf des Gehirns (Unterbewußtsein) ziemlich genau weiß, was in den nächsten 4 Sekunden passiert. Das ist jetzt grob und laienhaft dargestellt:
Das Gehirn (Unterbewußtsein) weiß also vor dem Bewußtsein, wann das Visierbild beim Zielen in die optimale Position rutscht und dann der Schuss automatisch gelöst werden sollte.
Hier ist der Vorgang mehr oder weniger stark vereinfacht dargestellt.
....
Hallo Christian,

das Thema hatten wir meiner Meinung nach schon einmal. Bei dem Experiment von Libet geht es um den Nachweis, ob wir einen freien Willen haben, oder eher nicht. Um es einfach auszudrücken. Dass bewusste Handlungen im Vorfeld von unserem Gehirn diktiert werden.

....
Hallo Markus,
Nicht nur. Dieser Zeitverzug hat selbstverständlich auch extremen Einfluss auf den Handlungszeitpunkt... und ist damit auch eines der wichtigsten Themen über den Zielvorgang. Im folgenden Bild habe ich versucht,
Bild den Zielvorgang grafisch darzustellen. Die Reaktionszeit auf akustische Signale (Klicker) ist ca.140ms. Dazu kommen noch rund rund 1,4ms durch die Schalllaufzeit (der Klicker ist ca 0,8m vom Ohr des Schützen entfernt).
Der Punkt [6] in der Grafik ist in dem Zeitraum [5] praktisch frei verschiebbar.
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von abgemeldet01 »

mark1968 hat geschrieben: 31. Mär 2023, 05:41 .... Da muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Das gilt aber auch für studierte Fachleute mit Bachelor- oder Masterabschluss. Alleine die Ausbildung ist kein Garant dafür, dass derjenige weiß, was er tut oder wovon er redet. Mein Wissen rund um Mentaltraining, Psychologie und auch in Teilen der Neurobiologie basiert nicht auf meinen Zertifikaten. Es basiert zum Großteil auf meinen Erfahrungen, Einstellungen und meiner Persönlichkeit. Meine Art, Dinge zu betrachten und zu hinterfragen. Einer der größten Vorteile dabei ist Empathie. Einige Menschen können die verschiedensten Dinge um sich herum wahrnehmen (ideomotorisch). Ich bin dann eher derjenige, der durchaus auch vieles um sich herum wahrnimmt, aber gleichzeitig auch aus den verschiedensten Blickwinkeln auf eine Sache schauen kann (verdeckte Wahrnehmung). Und um Mentaltraining zu machen, muss man kein Fachmann im Schießsport machen. Man muss Abläufe im Gehirn verstehen und aufzeigen können.
Themen, die in die "Coachingtasche" gehören sind:

Grundlagen der Sportpsychologie - Kognitive und emotionale
Aspekte sportlicher Handlungen - Mentales Training (MT) -
Psychologische Erkenntnisgewinnung und Zielsetzung im Sport -
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Ganz wichtig ist aber auch: Niemals aufhören zu lernen. 8-)


Gruß
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Hallo Markus, Entschuldigung.
Ja, Du hast natürlich Recht.
Meinen Post kann man falsch interpretieren. Das war nicht mein Absicht.
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 31. Mär 2023, 07:10 Hallo Markus, Entschuldigung.
Ja, Du hast natürlich Recht.
Meinen Post kann man falsch interpretieren. Das war nicht mein Absicht.
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Alles Gut. :)
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Re: Wie funktioniert mentales Training?

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 31. Mär 2023, 07:02 Hallo Markus,
Nicht nur. Dieser Zeitverzug hat selbstverständlich auch extremen Einfluss auf den Handlungszeitpunkt... und ist damit auch eines der wichtigsten Themen über den Zielvorgang. Im folgenden Bild habe ich versucht,
Bild den Zielvorgang grafisch darzustellen. Die Reaktionszeit auf akustische Signale (Klicker) ist ca.140ms. Dazu kommen noch rund rund 1,4ms durch die Schalllaufzeit (der Klicker ist ca 0,8m vom Ohr des Schützen entfernt).
Der Punkt [6] in der Grafik ist in dem Zeitraum [5] praktisch frei verschiebbar.
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Deine grafische Darstellung ist weitestgehend schon richtig. Aber dennoch bezieht sich der von Dir angesprochene Zeitverzug nicht auf die Basis des Libet-Experiements. Im Gegenteil. Bei Libet ging es um eine Handlung die eben NICHT im Vorfeld konditioniert wurde. Das von Dir Dargestellte beinhaltet aber diese Konditionierung bzw. die Langzeit-Potenzierung und deren zeitlichen Einfluss. Durch Neuroathletiktraining lässt sich dieser Zeitverzug durchaus Verkürzung. Dadurch werden neuronale Verbindungen gestärkt. Ausserdem sollten man den zeitlichen Faktor nicht alleine auf den Zielvorgang beschränken. Er bezieht sich auf ALLES.

Gruß
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