Umgang mit "schlechten" Schüssen

Methodik, Mentales, ...
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6pack
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Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von 6pack » 11. Jan 2019, 11:59

Ich denke mal ich bin nicht der Einzige bei dem mal ein Pfeil so richtig weit ausserhalb vom üblichen Bereich landet.
Ich selbst erwische mich dann öfters, unterschiedlich je nach Situation, wie mir ein leises "sch...." oder Ähnliches auskommt.
Wie geht ihr mit solchen Situationen um, beziehungsweise was sagt ihr euren SchülerInnen.
Ich meine jetzt nicht das geziehlte trainieren einzelner Abschnitte des Schussablaufs oder technische änderungen sondern den rein mentalen Umgang und den Folgen auf die nächsten Schüsse.
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mbf
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von mbf » 11. Jan 2019, 12:20

Neinnein, so etwas passiert natürlich nieeeeemals... :roll:

Man will ja nach sowas möglichst schnell wieder zu Schüssen kommen, die treffen. Ich möchte mal 2 Fälle unterscheiden: man weiß was man gemacht hat: Zughand verrissen, Bogenarm fallen gelassen, Visier falsch eingestellt, Pfeil auf Button o.ä. Und es gibt die Pfeile, die aus unerfindlichen Gründen abhauen, obwohl sich der Schuss gut angefühlt hat.

Im ersten Fall ist die Sache recht klar, wenn man den Fehler kennt, kann man ihn abstellen. Der 2. Fall ist spannender, weil sich durchaus ein objektiver Fehler eingeschlichen haben kann, den der Schütze aber nicht bemerkt hat. Das kann genau dieselben Ursachen haben wie eben erwähnt. Es hilft natürlich immer, einen Coach hinter sich zu haben, der hier eingreifen kann. Hat man aber nicht immer...

Bei mir ist es im Turnier so, dass ein solcher Schuss (mental) nicht passiert ist. Es bringt nichts, eine große Analyse vorzunehmen, weil man (a) in der Regel allein und auf die Schnelle ohnehin nichts herausfindet und (b) die Zeit tickt, in der Liga gibt ein langes Grübeln Mecker vom Schlusschützen und es kann ja immer noch reichen... Meine Einstellung daher ist: So ein Schuss ist nicht mein normaler Schuss, also gibts da auch nix zum Analysieren. Nächsten Pfeil drauf, Ablauf sauber durchziehen und rein damit. Aber auch den nächsten Schuss nicht besser machen wollen - das geht meist in die Hose. Nein, einfach normal schießen. Ich nutze es manchmal, um nochmal den mentalen Fahrplan des Schusses durchzugehen (z.B. Mantra: "Gerade hinstellen, groß machen... Zug und LOS!"), mich zu versichern, dass ich es drauf habe und problemlos in Normalform weitermachen kann.

Und vor allem: nicht rechnen, wieviele Ringe man gerade verloren hat. Man muss da schon einige Teufelchen von der Schulter schubbsen, die einem seltsame Dinge einflüstern wollen.
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ullr
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von ullr » 11. Jan 2019, 16:52

Hallo mbf,
...Und vor allem: nicht rechnen, wieviele Ringe man gerade verloren hat. Man muss da schon einige Teufelchen von der Schulter schubbsen, die einem seltsame Dinge einflüstern wollen.
Ein super Beitrag.
Kompliment.
Ich vermisse einen "Lob"- Knopf.
;)
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von dreimaldiesechs » 11. Jan 2019, 19:15

mbf hat geschrieben:
11. Jan 2019, 12:20
in der Liga gibt ein langes Grübeln Mecker vom Schlusschützen
Ich habe noch nie gemeckert :D
Gruß! Thomas
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6pack
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von 6pack » 13. Jan 2019, 12:35

@mbf Danke für deinen Beitrag, hier fehlt wirklich ein „Lob“;“Like“ oder „Super“ Button.
Und natürlich passiert sowas nieeeee :D ;)
In den Fällen wo ich, zumindest vermute, den Fehler zu kennen habe ich eher kein Problem, damit kann ich recht gut umgehen und der nächste Schuss / Passe ist wieder ok.
Es sind eher diese unerklärbaren Fehler die ich dann nicht gleich aus dem Kopf bekomme und die mich scheinbar unbewusst blockieren. Ja diese Teufelchen auf der Schulter kleben oft recht fest.
Ich habe gestern beim Training das Problem auch bei mir im Verein angesprochen und scheinbar bin ich mit der Problematik nicht allein. Jedenfalls wurde mir gesagt das da wieder etwas in Planung ist (spezielles Coaching), genaueres werde ich noch erfahren.
Fürs Erste werd ich mich mal mehr mit dem mentalen Training beschäftigen.
Oder ich versuche zu treffen, dann gibt es auch kein Problem ;) ;) ;)
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bkr_hro
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von bkr_hro » 14. Jan 2019, 12:35

schlechte Schüsse - also im Grund Ausreißer.

Es wäre ja schön, wenn der Schütze seiner selbst so sicher ist, dass er sich innerlich sagen kann: shit happens, denn einen Schuß von soeben kann ich ignorieren, der passiert nicht nochmal.
Kriminell wirds, wenn sich Dinge wiederholen.

Vor 3..4 jahren hatten wir den Fall bei uns im Verein, dass ein junger Schütze in der Hallensaison auf einmal so ca alle 3..4 Passen einen Pfeil nach rechts oben setzte, so ca 20 cm rechts und 50 cm nach oben.
Das waren dann also 1..3 Pfeile pro Durchgang.
Der Bursche lag sauber auf Zielrichtung 280 .. 285, wenn da nicht diese Ausrutscher gewesen wären.
Verzweiflung, Frust, verständliche Tränen.

Alleine ? ... null Chance.
Wir haben ihn beobachtet, aus allen Richtungen.
Von rechts, von hinten, von links, was macht die Zughand, ...
Was war es letztendlich ?
Im letzten mm, im Grunde also in dem Moment, wo der Pfeil durch den Klicker ging, hat er diesen Pfeil mit dem Mittelfinger hochgehebelt, so dass der dann auf dem Button lag beim Lösen.
Tja, wenn man nur 1 Nockpunkt hat ...
Ich hatte das Glück, im richtigen Moment die Augen an der richtigen Stelle zu haben.

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mbf
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von mbf » 15. Jan 2019, 07:28

Genau das ist es, was ich meinte, dass man am Besten einen Coach dabei haben sollte. Was Du einbringst, sind auch wieder 2 Aspekte: der Umgang im Turnier selbst und die spätere Aufarbeitung, wenn sich eine Systematik andeutet. Im Turnier hast Du kaum eine Chance, hier einzugreifen, da muss man dann irgendwie durch, auch wenns manchmal hart ist. Davon unabhängig sollte man natürlich zusehen, dass man es hinterher aufgearbeitet bekommt, gerade wenn das Ergebnis durchaus reproduzierbar ist wie in diesem Beispiel - auch wenn die Ursachenforschung wieder eine andere Sache ist.

(Im Nachhinein ist es ja fast offensichtlich: die Trefferlage der Ausreißer spricht für einen Pfeil auf dem Button - und er kann da eigentlich nur hinkommen, wenn man ihn hoch hebelt, also mit dem Mittelfinger nicht genug Luft gelassen hat. Ich kann es aber absolut nachvollziehen, dass die Ursachenforschung im Einzelfall eine ganz andere Sache ist, als die Thematik im Rückspiegel zu betrachten, wenn es zumal nur wenig beobachtbare Ereignisse gibt, die sich wahrscheinlich bevorzugt im Turnier und weniger im Training zeigen...)

Danke für den Beitrag.
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microe
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von microe » 15. Jan 2019, 09:20

Geht zwar etwas vom Thema weg, aber das ist interessant.
Wir hatten hier das gleiche mit dem Pfeil anheben Anfang dieser Hallen-Saison.
Aufgrund einer kleinen Umstellung in der Handhaltung (Zughand) hat die Schützin immer mal den Pfeil angehoben.
Kurz bevor der Klicker gefallen ist. Und auf die Auflage oberhalb geschossen anstatt auf ihre eigene.
Sie war da natürlich erst mal auch schockiert, aber im Wettkampf (Gaumeisterschaft) kann man sowas ja nicht wirklich lösen.
Mit neuem Tab und intensiver Bespassung durch ihre Trainer ging das dann aber (zum Glück) ruckzuck.
Von 430 Ringen zu (2 Wochen später) 550 Ringen.
Ich finde extrem wichtig dass man Vertrauen in seine Fähigkeiten hat. Wenn ich weiß was ich zu tun habe, und weiß was ich kann, fällt es viel leichter Ausreißer wegzustecken. Den nächsten Pfeil wieder ordentlich schießen, das machen was ich gelernt und trainiert habe, dann kann nix schief gehen.
Herrlich wie einfach das alles sein könnte. :mrgreen:

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Kitty
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Re: Umgang mit "schlechten" Schüssen

Beitrag von Kitty » 15. Jan 2019, 09:39

Ich habe vor Jahren auch den Pfeil hochgehebelt, so bald er durch den Klicker kam. Auf 10m (!) habe ich über die Scheibe geschossen. Das ganze ist bei mir passiert, als ich anfing mit Metallmittelteil und Klicker zu schießen. Ich habe dann alleine analysiert und herumprobiert, da ich keine Hilfe gefunden habe. Ich habe damals einige Zeit lange wieder ohne Klicker geschossen, da mir die Anleitung gefehlt hat.

Schlechte Schüsse kann ich auch schlecht vergessen. Wir haben noch nichts gefunden, was mir ganz schnell hilft, im Wettkampf wieder ruhig zu werden. Ich weiß ja, dass ich die aller meisten Pfeile auf 18m ins Gold schießen kann und meine Technik wird langsam besser.
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