"Fingerschnappen" abtrainieren

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rstoll
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"Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von rstoll » 20. Jul 2018, 12:35

Habt ihr Ideen wie man Schützen, welche die geöffnete Bogenhand beim Lösen reflexartig schließen, dies abtrainieren kann.
- Reißnägel an Bogenvorderseite -> zu blutig :lol:
- Korken zwischen Daumen und Zeigefinger
- ...???
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de

microe
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von microe » 20. Jul 2018, 13:51

Das Beste ist mNn immer noch, einem Anfänger nieee die Chance zu geben sich das anzugewöhnen. Ganz bald anfangen mit Schlinge zu schiessen. Wir haben bei meiner Tochter wochenlang an dem Mist rum gemacht.
Viele ÜL achten da nicht drauf und nachher hast du dann das Theater.
Wenn die Bogenhand in einem schönen Winkel angestellt ist so 40° kann man die Finger entspannt "einklappen" neben dem Griff.
Zum Festigen und gegen Verlustängste 😄 viel ohne Schlinge trainieren mit Kollegen der den Bogen fängt.

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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von admin » 20. Jul 2018, 14:47

Fingerschlinge ist immer das erste was Einsteiger von uns angeraten und eigentlich auch immer genutzt wird. Dennoch haben einige auch trotz Fingerschlinge "Verlustängste".
Zum Festigen und gegen Verlustängste 😄 viel ohne Schlinge trainieren mit Kollegen der den Bogen fängt.
Stimmt! Das mit dem Bogenfangen ist eine gute Möglichkeit positiv zu lenken. Da kann man dann fast schon wieder einen Wettkampf draus machen (ist halt im Kinder-/Jugendbereich sehr personalintensiv).

edit petzt: rstoll hat schon wieder vergessen sich umzumelden und hat als admin geantwortet

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bkr_hro
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von bkr_hro » 20. Jul 2018, 16:05

Aber selbst mit "eingeklappten" Fingern ist der Griffreflex nicht aus-/abgeschaltet, und auch mit dem Daumen kann man zugreifen.

Fingerschlinge ist richtig - das erste, was wir den Neuen sagen, was sie zur ersten Stunde Grundkurs mitbringen sollen, ist ein Schnürsenkel o.ä., der dann schon beim Üben mit Gummiband genutzt wird.

Ansonsten: Bogenhand immer locker lassen, die Finger auch niemals bewusst weit öffnen lassen.

Vor 2..3 Jahren in der Hallensaison haben wir mal einen Bogen schwingbar an einen Basketballkorb (der ist zufälligerweise auf "Höhe" Schießlinie) angehängt und den Schützen ohne Fingerschlaufe schießen lassen.

bogen72
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von bogen72 » 20. Jul 2018, 17:56

Kömmt darauf an wann die Finger "schnappen",
bei meiner Tochter haben wir rumgedoktort, Fingerspitzen gebeugt gegen das Mittelteil, ohne Fingerschlinge, Finger auf lassen und den Bogen auffangen, nichts hat geholfen den Reflex ganz abzuschalten.
Ich hab dann das Ganze gefilmt und im Zeitraffer abgespielt, siehe da, als die Finger schnappen hat der Pfeil den Bogen schon verlassen, was spielt dann der Reflex für eine Rolle?

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Kitty
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von Kitty » 21. Jul 2018, 07:50

In Facebook habe ich vor einiger Zeit Mal ein Video aus Frankreich gesehen. Da würden die Bogen irgendwo an der Decke befestigt um zu kontrollieren, ob die Schützen loslassen.
Leider bringt eine Verlinkung zu dem Video nichts, wenn Leute nicht bei Facebook sind.
Sinnvoll ist natürlich direkt mit der Schlinge anzufangen. Das setzt voraus, dass Interessierte in einem Verein anfangen, indem auch geguckt wird, was da so gemacht wird. Ist ja nicht überall der Fall. Musste auch lange alleine rummengen und habe mir viel Mist angewöhnt.
MK Alpha RH~Uukha VX1000 34,5# bei 29,6"~BYC8125G 16 Strang~Easton X10 Stabis~TEChro VBar~Shibuya Ultima Rest~Button & Klicker v. Beiter~SL QuestX~X7 1914 mit 4" Gaspro RH & ACE 670 mit 1 3/4" Spinewings RH

Tim-Buktu
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von Tim-Buktu » 23. Jul 2018, 11:41

Einfach ein, zwei angelutschte Gummibärchen an den Griff kleben, an die Stelle, wo die Finger hin schnappen.

Funktioniert ganz gut

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ullr
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von ullr » 23. Jul 2018, 13:27

rstoll hat geschrieben:
20. Jul 2018, 12:35
....
- Korken zwischen Daumen und Zeigefinger
- ...???
Das funktioniert gut.
Vorbereitung:
1. Einen Sektflaschenkorken durchbohren, eine Kordel durchziehen, die ihn an das Handgelenk des Schützen anbindet.
10m, Zielpunkt eine Luftpistolenscheibe. Der Zielpunkt ist zwingend, selbstverständlich ist die lockere Bogenhand ein wesentlicher Teil des gesamten Prozesses, und muß in die Koordination fest eingebaut werden werden. Der Zentralrechner muß ja wissen, wann und wo. Es reicht nicht, wenn dieses Wissen in irgendeinem Ordner des Bewußtseins verschimmelt und nicht angewendet wird. Es ist Unsinn, diese Feinkoordination ohne den Prozeß des Zielens durchzuführen.
Durchführung:
2. Er bereitet seinen Schuß vor, selbstverständlich mit Fangschlinge, und nimmt zwischen Daumen und Mittelfinger den Korken, ganz locker...
3. Der Bogen wird gespannt, der Schuß bricht, der Korken sollte im Schuß aus der Hand fallen. Nachhalten...
Das geht nur, wenn tatsächlich bei den ersten 10 Schüssen ein Beobachter dabei ist. Die Kordel verhindert, dass sich der Schütze jedesmal nach dem Korken bücken muß.
4. Dauer der Korkenfolter:
einen Trainingsnachmittag, 10m, 18m, 30m.
zweiter Trainingsnachmittag:
Beginn der Korkenfolter auf 10m, ca 20 Schuß.
Dann wird das Folterwerkzeug abgenommen, bleibt aber in Reichweite (nur um es zu zeigen... Auch von der Inquisition kann man lernen...)
Dem Schützen wird gezeigt, die Fingerkuppen Mittel- oder Ring- oder Zeigefinger und Daumen locker zusammenzubringen und ganz leicht zu bewegen. Ich nenne es "schnäbeln" Wer Werkzeugbau mal gemacht hat, weiß was ich meine. Wer nicht, sollte den Ausdruck ruhig wörtlich nehmen... Lach.
Der Schütze wird mind 20 Schuß beobachtet, Schnäbeln seine Finger nicht oder schnappt er trotzdem zu, wird ihm nach dreimaligem Versagen das Folterwerkzeug gezeigt. Passiert es noch einmal, Weiterschießen nur mit Korken.
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von bogen72 » 23. Jul 2018, 13:58

na ja, ob das Training so gemacht werden muss, ich bin da etwas skeptisch, konstruktives Training sieht anders aus. 8-)
Ich denke mit Geduld, erreicht man mehr, Al Henderson hat's beschrieben , der Schütze soll das Bogenschießen verstehen.
Immer wiederholende Übungen helfen dem Schützen weiter, ob Zwang, auch wenn es lustig umschrieben wird was bringt, ist stark vom Wesen/Charakter des Schützen abhängig.
Man kann auch Rasierklingen ans Griffstück kleben, so der lustige immer wiederkehrende Tipp von alten Hasen. :twisted:

Meinem Zwerg/Tochter wurde mit Geduld, eignem Willen und Vertrauen zum Trainer und geholfen.

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ullr
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von ullr » 23. Jul 2018, 17:04

bogen72 hat geschrieben:
23. Jul 2018, 13:58
na ja, ob das Training so gemacht werden muss, ich bin da etwas skeptisch, konstruktives Training sieht anders aus. 8-)
Ich denke mit Geduld, erreicht man mehr, Al Henderson hat's beschrieben , der Schütze soll das Bogenschießen verstehen.
...
Das Nachgreifen, Schnappen nach dem Bogen kann man mit dieser Methode sehr gut beseitigen. Aber möglicherweise hast Du meinen Hinweis auf die Inquisition verkehrt verstanden. Die Information von mir war:
Die Korkenfolter ist eine erstklassige Methode, wenn sie richtig angewendet wird (mit Beobachtung!!!!), ist sie sehr erfolgreich. Nur, das Training muß konsequent durchgeführt werden. Das ist meine Botschaft. Kannst Du mir sagen wo Du bei Henderson eine klare Anweisung gefunden hast, wie die Bogenhand zu halten ist? Das einzige, was in "Understandig Winning Archery" vor über 40 Jahren nützlich war, das waren damals zwei Seiten über den Klicker. Ich denke mal, über Henderson brauchtst Du mir nichts zu erzählen. Da steht nämlich über anwendbare Trainingsmethoden so gut wie nichts drin. Ist eh veraltet. Aber sowas von...
Und wenn wir schon mal bei Antiquariat sind, "Teaching Archery, Steps to Sucess", Kathleen M. Haywood, Catherin F. Lewis, 1989 war tausendmal besser als Henderson, wenn es um Anfänger geht.
Gruß
ullr
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