"Fingerschnappen" abtrainieren

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ullr
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von ullr » 23. Jul 2018, 17:11

microe hat geschrieben:
20. Jul 2018, 13:51
Das Beste ist mNn immer noch, einem Anfänger nieee die Chance zu geben sich das anzugewöhnen....
Das geht m.M.n. nicht. Anfänger haben ganz andere Baustellen, die viel wichtiger sind. Wenn der Anfänger seinen Mietbogen hat, auf Klicker umgestellt ist bzw. einigermaßen Bescheid weiß wohin er die Pfeilspitze beim Blankbogen zu richten hat, dann wird ihm das "Schnäbeln" mit den Fingern der Bogenhand beigebracht. Klappt recht gut.
Gruß
ullr
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bogen72
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von bogen72 » 23. Jul 2018, 18:41

Ist eh veraltet. Aber sowas von...
na ja, die jüngsten sind wir zwei auch nicht mehr, für mich ist das Buch lesenswert, doch das soll jeder für sich entscheiden.
Ich will damit nur sagen das der Trainer sich auf den Bogenschützen einstellen muss den er trainiert.
Da du Henderson ja kennst, wirst du seine Trainings-Philosophie nicht in Frage stellen, das Gesamtbild der Psyche und die Konzentrationsfähigkeit des Schützen kann mit normalen Training den Fehlern begegnen und sie abstellen.
Es geht nicht nur darum Fehler schnell ab zu stellen, der Ablauf soll sich dauerhaft einprägen, wie oft passiert es das die Schützen in den alten Trott/ Schussablauf zurück fallen!

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rstoll
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von rstoll » 24. Jul 2018, 20:34

ob Zwang, auch wenn es lustig umschrieben wird was bringt
Ich denke wir sind uns alle einig dass dem Zwang andere Mittel vorzuziehen sind.
Kömmt darauf an wann die Finger "schnappen",
Ich habe in der überwiegenden Zahl der Fälle den Eindruck gewonnen, dass das Schnappen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, vmtl. ab dem Moment, wen der Kopf entschieden hat "lösen", als Reflex festhalten zu müssen eintritt.
Das Beste ist mNn immer noch, einem Anfänger nieee die Chance zu geben sich das anzugewöhnen. Ganz bald anfangen mit Schlinge zu schiessen.
Man kann den Schwerpunkt zu Beginn sicher darauf ausrichten, aber dann entstehen an anderen Stellen eben andere Baustellen. Hier kann man sicherlich fragen welche Fehler sich schneller und tiefer eingraben und daher eher präventiv "zu behandeln" sind und welche man im zweiten oder dritten Durchgang angeht. Für mich war dieser Punkt bislang nicht vorrangig (was nichts bedeuten muss). Schlinge ist dennoch ab Beginn!
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de

sk90
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Re: "Fingerschnappen" abtrainieren

Beitrag von sk90 » 25. Jul 2018, 09:07

Was mir geholfen hat, war eine einfache "Videoanalyse".

Interessant dabei war:

Wie weit "Gefühl" und Realität auseinanderliegen.

Ich wusste, dass ich "schnappe". Ich habe daraufhin bewusst trainiert, das nicht zu machen und mich gefilmt, nachdem ich mir sicher war, zumindest erst dann "zuzugreifen", wenn der Pfeil weg ist.
Das war ernüchternd.
Ganz offensichtlich ist die Zeitspanne der Beschleunigung einfach viel zu kurz, um irgendwie bewusst wahrgenommen werden zu können. Ich "schnappte" mal frühzeitig, mal mitten im Schuss, manchmal auch, wie gewünscht, erst hinterher.

Inzwischen gehts, hat aber noch zwei- drei weitere Wochen Training gebraucht.

Ich denke daher, das mit dem Korken oder ähnliche Maßnahmen werden manchmal nötig und wahrscheinlich zielführend sein.

Wichtig ist nur, dem Schüler klar zu machen, dass es eben keine Schikane oder gar "Folter" sein soll, sondern eine Hilfe.
In unserer eher technikaffinen Zeit ist sicher auch die Videoanalyse (ein Smartphone sollte reichen, ich hatte auch nur eine einfache Kamera zur Verfügung und "Bild für Bild" war das Problem deutlich zu sehen) ein gutes Mittel. Wenn man es mit eigenen Augen sieht, "zwingt" das zum Nachdenken. Diese Erkenntnis kommt dann aber beim Schützen selbst, und nicht von Aussen...

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