kinetische Kette

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ullr
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kinetische Kette

Beitrag von ullr » 25. Jul 2018, 23:15

In Bogensportmagazin Nr. 3 und Nr.4 war ein Artikel über die "kinetische Kette" Ich habe extra die Nr. 4 abgewartet, um zu sehen, ob sich der Autor berappelt. Hat er nicht.
Jedenfalls habe ich mich mit dem Thema beschäftigt hier ist mein Artikel, der Blog von Mark Maslow hat mich schon beeindruckt.
Über eine lebendige Diskussion würde ich mich freuen
Gruß
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b_der_k_te
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Re: kinetische Kette

Beitrag von b_der_k_te » 26. Jul 2018, 00:09

Hallo ullr.
Naja, aus dem kurzen Absatz läßt sich noch kein "Aufhänger" für eine Diskussion finden. Und Dein Artikel sagt eigentlich auch nicht mehr aus als: stimmt beim Bogenschießen gibt es sogar zwei solcher Ketten. Aber was man nun (praktisch) damit anfangen kann und soll, bleibt auch da offen.
Erzähl mal hier für diejenigen (wie mich) die diese Ausgaben des Bogensportmagazin nicht gelesen haben, was denn so grundsätzlich darüber geschrieben wurde. Was soll der gemeine Bogenschütze laut Magazin mit dieser Kette anstellen?
Und sollten wir dann nicht doch von einer kinematischen Kette sprechen (und danach im Internet suchen)?

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ullr
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Re: kinetische Kette

Beitrag von ullr » 26. Jul 2018, 07:31

b_der_k_te hat geschrieben:
26. Jul 2018, 00:09
Hallo ullr.
Naja, aus dem kurzen Absatz läßt sich noch kein "Aufhänger" für eine Diskussion finden. Und Dein Artikel sagt eigentlich auch nicht mehr aus als: stimmt beim Bogenschießen gibt es sogar zwei solcher Ketten. Aber was man nun (praktisch) damit anfangen kann und soll, bleibt auch da offen.
Erzähl mal hier für diejenigen (wie mich) die diese Ausgaben des Bogensportmagazin nicht gelesen haben, was denn so grundsätzlich darüber geschrieben wurde. Was soll der gemeine Bogenschütze laut Magazin mit dieser Kette anstellen?
Und sollten wir dann nicht doch von einer kinematischen Kette sprechen (und danach im Internet suchen)?
Hallo Bernd, beide Artikel sind m.M.n. unbrauchbar. Ich konnte nicht nachvollziehen, was der Autor damit aussagen wollte. Sonst hätte ich ja zitiert. Die Anpreisung war, dass mit diesen Gerätschaften und der Auswertung gezielt Muskelgruppen im Körper trainiert werden können. Aus meiner Sicht, ich bin weder Physiotherapeut noch Orthopäde, sind das aber freche Werbeaussagen und sonst nichts. Das einzige Beispiel waren Balanceübungen und das Dokumentieren des Kraftverlaufes am Boden, also zwischen Fuß und Untergrund. Meine Schlußfolgerung ist, dass diese Betrachtungsweise im Bogensport keine Erkenntnisse bringt. Oben, in der waagerechten "Kinetischen Kette", die beim Bogenschießen ja nichts anderes sein kann als das Kräftevieleck, geht garnichts.
Und natürlich, in der Technik (Getriebeuntersuchungen und Montageroboter) spricht man von kinematischen Ketten und die sind eindeutig definiert.
Wenn ich meine Schlußfolgerungen über diese Artikel und den Autor zusammenfasse, wären es zwei Sätze, und diese veröffentliche ich dann lieber auf meiner Website. :D
Gruß und guten Morgen
Christian
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Re: kinetische Kette

Beitrag von b_der_k_te » 26. Jul 2018, 09:59

Also geht das eher in Richtung die mit dem Begriff "funktionales Training" besser beschrieben wird als "kinetische Kette".
Wobei, wer sich mit funktionalem Training nicht auskennt, sollte dem Begriff auch nicht zuviel Wert beimessen, denn "funktional" wird ob im Kontext mit persönlichen Sportarten verbunden - und somit völlig mißverstanden.
Es handelt sich dabei hauptsächlich um Eigengewichtsübungen die möglichst viele Muskelgruppen gleichzeitig ansprechen. Das "viele" und "gleichzeitig" wird mit "funktional" gemeint. Oft sind es Balanceübungen, auch Sprung- und Beschleunigungs-Übungen und auch Kraftübungen mit Langhantel, Medizinball u.ä. Wer darin bereits fortgeschritten ist kann zusätzliche Gewichte zum Eigengewicht dazu nehmen.

Grundsätzlich sehe ich es schon als wichtig an neben dem Bogentraining auch noch solche Übungen zu machen. Nicht nur um eine Dysbalance zu verhindern, auch weil damit der Schuß stabiler ausgeführt wird. Habe mal einen Spruch gehört, der Dir gefallen wird:
Ohne eine stabile Lafette (beim Schützen wären das Beine und Rumpf) kann die Waffe noch so gut sein, treffen wird sie trotzdem nicht.

Kisik Lee hat da den Begriff SPT - Spezifisches Physisches Training - im Bogensport geprägt. Dazu gibt es ein kleines Heftchen.
Was ist davon zu halten? Als Kraft-, Konditions- und Koordinationsübungen finde ich die schon gut und ich behaupte einmal das sie mir auch geholfen haben besser zu schießen. Es muß halt getrennt zur Konditionierung betrachtet werden, was meiner Meinung nach in der Praxis aber kein Problem ist.
Ob die SPT-Übungen tatsächlich einen nachweisbaren Effekt auf das Trefferbild haben; dazu wird es in Österreich bis Ende des Jahres eine Studie geben die das aufklären soll.

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Re: kinetische Kette

Beitrag von ullr » 26. Jul 2018, 13:21

Mich wundert immer wieder, wie in Veröffentlichungen Bogenschießen als Kraftausdauersportart angepriesen wird. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Sportart mißbraucht wird, um mit irgendwelchen obskuren Kuren Geld zu machen. Das fängt mit esoterischem Geschwätz ("werde zum Pfeil") an, und hört mit Fitnessübungsanweisungen ("lasst schöne Bogenschützen um mich sein", kinetische Kette) auf.
Ein Bogenschütze*in, der bei jedem Training 30min Zeit vertändelt, um sich aufzuwärmen, weil irgendein Trainer das in einem Lehrgang mit lang veraltetem Stoff so gelernt hat, bekommt Nachteile, Zeit ist eben nicht unendlich lange verfügbar. Wenn er 10min sein Mantra trainiert, sein Gebetbuch, in dem seinen Schußablauf in einfachen Sätzen festgehalten ist, konkret Schritt für Schritt durchgeht, wird mit Sicherheit langfristig eher vorankommen als einer der sich Zeit durch sog. Aufwärmübungen stehlen läßt. Was hat im technischen Training Schießen auf die Scheibe für einen Trainingswert wenn kein Zielpunkt auf der Scheibe ist? Was soll der Unsinn? Das macht nur Sinn, wenn Schütze*in seinen Stil grundsätzlich ändern will/muß. Dann ist es sinnvoll, den Zielvorgang auszublenden. Was haben extreme Gleichgewichtsübungen auf einem Wackelbrett mit dem inneren Regelkreis des Visierens und Zielens zu tun? Oder mit dem Spannen des Bogens (das selbst in "rennomierten" Lehrbüchern falsch beschrieben ist)?
Und was hat jetzt mein Geschreibsel mit der kinetischen Kette zu tun? Es soll meine Meinung unterstützen, dass die "kinetische Kette" eine nutzlose, unbrauchbare Methode ist, die vom Bogensportmagazin in zwei Ausgaben im Bogensportdorf propagiert wurde.
Gruß
ullr
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Re: kinetische Kette

Beitrag von ullr » 3. Okt 2018, 07:25

Im Bogensportmagazin 2018, Nr.5, Aug/Sep 2018 ist der letzte Artikel über die kinetische Kette erschienen. Ich habe meinen Artikel "Die kinetische Kette" aktualisiert. Alle drei Artikel sind grottenschlecht. Ich dachte, die ersten beiden wären negativ nicht zu toppen, ich habe mich getäuscht.
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