Befiederungsgerät

Fragen zum Selbstbau und Reparatur von Bögen, Pfeilen, Sehnen, Zubehör, ...
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ullr
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Befiederungsgerät

Beitrag von ullr »

In einem anderen Forum möchte sich ein User über die Beschaffung eines Befiederungsgerätes informieren. Ich möchte meine Erfahrungen zur Diskussion stellen:
Er schreibt:
Servus zusammen,

da ich immer wieder Vanes beschädige oder auch mal entfernt habe für Rohschafttests überlege ich mir nun ein Gerät für die Befiederung anzuschaffen...
Bisher habe ich die Reparaturen mit Hilfe eines Buches gemacht (da gibts ein YT Video zu), hat auch einigermassen geklappt...

Aber ich denke demnächst werde ich mir die Pfeile komplett selber machen, zudem auch die Vanes etwas schräg stellen um einen Drall zu erzeugen... wurde mir von vielen so geraten. Einfach zu machen und stabilisiert die Pfeile deutlich besser als gerade aufgeklebte.

Was könnt ihr mir denn da als Tools empfehlen?
Ich sehe immer wieder das Gerät von Bitzenburger, der ist aber doch recht teuer (um die 120€). Etwas sehr ähnliches gibts von Bohning, nur aus Plastik.
Das Bitzenburger Befiederungsgerät ist die Mutter aller Befiederungsgeräte, und wenn ich nur die Bilder vergleiche, immer noch weitaus das beste. Es ist stabil, und läßt sich leicht und eindeutig reproduzierbar bedienen. Ich sag es mal brutal, alle anderen kommen auch nicht andeutungsweise an die Qualität heran. Die Pfeile werden alle gleich und reproduzierbar befiedert.
Plastikfedern in die Klammer einstecken und mit 100ter Schleifpapier die Klebefläche anrauhen. Bei Spin Wings das gleiche, aber mit 300ter Schleifpapier. Den Pfeilschaft mit 300ter Schleifpapier anrauhen.
Kleber: einen erstklassigen Zyanacrylatkleber (Loctite) verwenden. Bekommt man in Werkzeugfachgeschäften. Die Federnkleber in den Bogenfachgeschäften... Da schweigt des Sängers Höflichkeit....
Den Anstellwinkel der Federn nicht größer als 1-1,5° Die Rotation des Pfeiles ist nur notwendige um evtl. Ungleichmäßigkeiten, die nicht meßbar, zufällig verteilt sind (Unwuchten) auszugleichen. Durch die Rotation erfolgt keine Drallstabilisierung oder Ähnliches, wovon Expertenschützen schwafeln. Die Flugstabilisierung erfolgt nur und nur durch die Federn.
Weshalb dieser Aufwand? Ganz einfach. Ein Pfeil ist ein Geschoß. Und wenn man Geschosse nicht fachmännisch laboriert, dann trifft man nicht. ;-)

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Abow
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von Abow »

ullr hat geschrieben: 6. Aug 2022, 08:34 In einem anderen Forum möchte sich ein User über die Beschaffung eines Befiederungsgerätes informieren. Ich möchte meine Erfahrungen zur Diskussion stellen:
Im Ernst? Trotzdem dazu
ullr hat geschrieben: 6. Aug 2022, 08:34 mit 100ter Schleifpapier die Klebefläche anrauhen. Bei Spin Wings das gleiche, aber mit 300ter Schleifpapier. Den Pfeilschaft mit 300ter Schleifpapier anrauhen.
kurz: überflüssig, auch das Bitzenburger Befiederungsgerät!
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mark1968
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von mark1968 »

Das Bitzenburger ist sicherlich ein sehr gutes Befiederunsggerät. Der Porsche unter den Befiederungsgeräten. Hatte ich auch mal. Aber der Preis ist auch mehr als stolz und auch ein Golf bringe mich ans Ziel. ;)
Habe mir das Decut P-Nexus zugelegt und bin sehr zufrieden damit. Funktioniert absolut "spielfrei" und zuverlässlich. Spin-Wings (und ähnliche) anrauen wäre mir neu. Bei meinen XS-Wings, die ich auf meinen x²³-Alus in der Halle schieße nutze ich das Befiederungsgerät nur zum Anzeichnen der Federn. Der Rest ist Handarbeit.
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ullr
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von ullr »

mark1968 hat geschrieben: 6. Aug 2022, 12:01 ... Spin-Wings (und ähnliche) anrauen wäre mir neu. Bei meinen XS-Wings, die ich auf meinen x²³-Alus in der Halle schieße nutze ich das Befiederungsgerät nur zum Anzeichnen der Federn. Der Rest ist Handarbeit.
Meine Beschreibungen kommen aus einer ziemlich langen Zeit des Schießen und der Beschäftigung mit der Innen- und Außenballistik. Deshalb meine Bemerkungen zum Klebevorgang und zum Klebstoff.
... Ich habe lange Zeit Spin Wings benutzt. Wenn man sie draufpappte mit Anzeichnen der Stelle und den normalen Klebestreifen war man laufend am Reparieren, Pfeil austauschen, weil die Federchen sich lösten beim Aufschlag, beim Zusammenklirren, was weiß ich. Mit dem Verfahren das ich grob geschildert habe, passierte das nicht mehr. Da riß später eher die Spin Wing ein. Zur Not konnte man die eingerissene Stelle mit einer Nagelschere rausschneiden und weiterschießen... Und viel Spass bei normalen Federn hat man gehabt, wenn die Klebestelle vorne versagte und man den Pfeil neben der Scheibe wiederfand...
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mark1968
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 6. Aug 2022, 14:30 Meine Beschreibungen kommen aus einer ziemlich langen Zeit des Schießen und der Beschäftigung mit der Innen- und Außenballistik. Deshalb meine Bemerkungen zum Klebevorgang und zum Klebstoff.
... Ich habe lange Zeit Spin Wings benutzt. Wenn man sie draufpappte mit Anzeichnen der Stelle und den normalen Klebestreifen war man laufend am Reparieren, Pfeil austauschen, weil die Federchen sich lösten beim Aufschlag, beim Zusammenklirren, was weiß ich. Mit dem Verfahren das ich grob geschildert habe, passierte das nicht mehr. Da riß später eher die Spin Wing ein. Zur Not konnte man die eingerissene Stelle mit einer Nagelschere rausschneiden und weiterschießen... Und viel Spass bei normalen Federn hat man gehabt, wenn die Klebestelle vorne versagte und man den Pfeil neben der Scheibe wiederfand...
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Ich schieße Spin-Wing seit den 80ern (damals auf meinen A/C/E's und meinen X7 - siehe Foto), als ich noch fleißig Turniere absolviert habe. Damals wie heute haben sich die Klebestreifen immer als praktisch herausgestellt. Arg verknickte oder gar gerissene Federn konnten beim Gang von der Scheibe zurück repariert werden und verloren habe ich beim Schießen nie eine.
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Kitty
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von Kitty »

Verstehe ich das richtig, dass SpinWings und dergleichen mit Kleber und nicht mit dem zweiseitigen Klebeband geklebt werden sollten?

Das Decut Befiederungsgerät hatte ich auch mal. Ich bin nur auf das Bitzenburger umgestiegen, da es mir zu einem sehr geringen Preis über den Weg gelaufen ist.

Da ich Pfeile mit ArrowWraps schieße, habe ich die Striche für die Federchen schon direkt auf dem Pfeil. Danach kommt zweiseitigen Klebeband drauf. Anschließend noch Federchen von GasPro.
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ullr
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von ullr »

Kitty hat geschrieben: 6. Aug 2022, 17:24 Verstehe ich das richtig, dass SpinWings und dergleichen mit Kleber und nicht mit dem zweiseitigen Klebeband geklebt werden sollten?
...
Das habe ich so gemacht. Es sind meine Erfahrungen, die ich schildere. Und das ging mit dem Bitzenburger hervorragend. Ein wenig Geschicklichkeit gehört schon dazu. Als die Spin Wings aufkamen war ich von dem System begeistert. Nur, es war lustig auf Turnieren zu beobachten, wie Schützen/Innen die Pause zwischen den Passen nutzen mußten, um die Federchen wieder anzubringen.
Das passierte bei meinen Pfeilen, als ich die Klebeart wie geschildert änderte, nicht mehr. Möglicherweise wurden die Selbstklebeflächen verbessert, keine Ahnung. Mir flog jedenfalls keine Feder mehr ab, weder im Flug noch im Ziel, wenn die Pfeilschäfte zusammendepperten. Beschädigte Federn konnten durch Beschnitt repariert werden. Klar, das Bitzenburger ist teuer und erstklassiger Kleber auch. Auch normale Plastikfedern laborierte ich an die Schäfte auf die gleiche, geschilderte Art und Weise. Die flogen nicht mehr ab...
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Abow
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von Abow »

Aktuellere Erfahrungen: Dieselben „Federchen wieder anzubringen“ war bei mir nie Thema - allerdings „beschädigte Spin Wings zu ersetzen“ (aber nie bei einem Turnier). Mit ein bisschen Geschick / Übung lassen die sich – oft – sauber vom Klebestreifen abziehen, so dass dieser weiter verwendbar bleibt. Ich persönlich nutze lieber den Beiter Tri-Liner und den Beiter Wing-Holder als mein Befiederungsgerät.
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mbf
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von mbf »

Hier ist es ähnlich. Mit SpinWings bzw. aktuell XS-Vanes hatte ich mit den mitgelieferten Klebestreifen bisher keine Probleme, egal ob direkt auf dem Schaft oder auf einem Wrap. Und auch mit zugekauftem Tape nicht (diese rotrosa Rolle... aktuell keine Ahnung, welcher Hersteller...). Wobei ich den Klebestreifen bei einer Reparatur immer ersetze, da ich einer erneuten Verwendung nicht ganz traue, was die Beständigkeit angeht.

Ich habe aktuell auch Wraps drauf, da wäre Klebstoff keine so gute Idee, da man den "Bäpp" nicht runterbekommt, ohne das Wrap zu beschädigen. Insofern bleibt da nur das Klebeband.
Grüße, Matthias

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Kitty
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Re: Befiederungsgerät

Beitrag von Kitty »

Ich habe auch keine Probleme, dass GasPro-Federn abgehen. Ich klebe sie mit zweiseitigen Klebeband.
Wenn ich ein Federchen ersetze, dann mache ich auch das zweiseitige Klebeband mit ab. Ich muss sie nur ersetzen, wenn Risse usw. auftreten z. B. durch zu enges Gruppieren.
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