Was passiert beim Stringwalking

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Kitty
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von Kitty » 8. Dez 2018, 08:33

Ullr hat schon einen Beitrag verfasst, der in die Richtung geht, die mich gerade interessiert.
Ich frage mich schon länger woher kommt die Idee, einen Bogen unnatürlich zu belasten, wenn man kein Visier nutzt.
Als ich Anfang 1996 das erste mal Kontakt mit einem Bogen hatte, habe ich nur das stark technisierte Schießen (Recurvebogen mit allem und Compound mit allem) oder das traditionelle Schießen gesehen. Niemand hat damals in meinem Umfeld oder auf Turnieren String Walking produziert. Entweder hat man ein Visier benutzt oder man hat die Pfeilspitze irgendwo hingehalten, aber es wurde immer mit mediterranen Ablass geschossen. Ich kam damals mit dem Traditionellen nicht zurecht. Habe deshalb mit dem olympischen Recurve (billiger Holzbogen mit Visier dran) angefangen.
Als ich nach 15 Jahre Pause wieder zum Bogenschießen kam, habe ich mich gewundert, als ich das erste mal einen Angreifer gesehen habe.
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heisem
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von heisem » 8. Dez 2018, 13:12

Es geht schlichtweg ums besser treffen. Ich hab mich auf der DM Feldbogen 2012 beim Einschießen zufällig neben Hendrik Hornung gestellt und konnte dann beobachten, wie präzise er abgriff und dann auch ebenso präzise traf. Heute morgen hat John Demmer ein Ergebnis bzw. seinen Schießzettel gepostet, wo er 570 Ringe in der Halle geschossen hat. Das geht nicht mit Gap-Shooting. Wer Stringwalking nicht mag, kann ja BHR in der IFAA schießen. Oder Instinktiven Recurvebogen in der WA.
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ullr
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von ullr » 8. Dez 2018, 16:25

heisem hat geschrieben:
8. Dez 2018, 13:12
Es geht schlichtweg ums besser treffen....
Ja. Und um Regeln einhalten.
Ich stimme dir ein Pfeil/Bogensystem ab, mit dem Du mit dem Blankbogen, Dreifingeranschlag im Gesicht auf eine bestimmte Entfernung die Pfeilspitze in die Zehn hält, und dort auch triffst. Es geht nicht auf unbekannte Entfernungen oder auf einen Entfernungsbereich. Es geht auch nicht, um irgendwelche temporären Haltungs/Lösefehler zu kompensieren, was mit dem Visier schon möglich ist. Blankbogenschießen ist die schwierigste Schießsportart die ich mir vorstellen kann, und wenn sie konsequent durchgezogen wird, braucht sie einen immens hohen Trainingsaufwand.
Wenn man denn treffen will. Regelmäßig und nicht nur ab und zu...
Ich kenne mich mit den Regeln nicht aus, aber soweit mir bekannt, ist es nicht erlaubt z.B. die Wicklungen der Mittenwicklung als Referenz für das Abgreifen zu benutzen. Wenn das erlaubt ist/wäre, dann kann man auch Kerben/Markierungen am Bogen zulassen. Und mit traditionellem Bogenschießen hat Abgreifen nun mal garnichts zu tun.
Und noch etwas: Die Schützen, die mit Blankbogen regelmäßig gut treffen und zwar im Bereich eines guten Recurveschützen, sind dünn gesäht. Da fehlt der Klicker und damit schon mal mind. 80% der Erfolgsgarantie. 15% gehen auf die sehr grobe Visiermöglichkeit und 2,5% auf die technischen Möglichkeiten, die Bewegungen des Visierbogens während des Schusses durch Massenträgheit und Trägheitmomente (Stabilisation) zu beeinflussen. Ich tippe dann mal dass auf 100 Visierbogenschützen/Innen, der sich darüber freuen im Wettkampf in der oberen Hälfte der Teilnehmer mitzuschießen ein Blankbogenschütze kommt, der ähnlich gute Ergebnisse erzielt. Das sollte man nicht vergessen.
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von Kitty » 9. Dez 2018, 09:14

Markierung auf der Mittenwickling sind nicht erlaubt.

Ich kenne einen Schützen, der Recurve blank schießt, dies mit einem Handschuh macht und immer direkt unter den Pfeil greift. Der Mann schießt damit auf 18m Ringzahlen, mit denen auch viele Recurver zufrieden wären, auch wenn diese auf Vollauflage schießen könnten. Ein Spot ist schwieriger, aber soviel sollte es nicht ausmachen.
Ich finde das toll, dass jemand ohne Abgriff in seiner Klasse fast immer vorne ist.
Ullr, vielleicht ist der Mann dir auch schon mal begegnet. Ist im Norden von Rheinland-Pfalz aktiv.

Ich habe mir irgendwann man die Arbeit gemacht und Blankbogen- und Recurveergenisse zu vergleichen. Voraussetzung war, dass die Entfernung und Auflage identisch war. Habe auch nur Damen- und Herrenklasse angeschaut. Ich denke, dass der Recurve ein Ring pro Schuss gegenüber dem Blankbogen (mit String Walking) mehr bringt. Da heißt auf 18m sind 540 Ringe mit Recurve mit 480 mit Blankbogen zu vergleichen. Auf den weiten Distanzen wird es etwas mehr als 1 Ring sein. Kann man da schlecht vergleichen, da die Blanken keine 70m schießen und die Recurver selten mal 40m.
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von mbf » 9. Dez 2018, 11:30

Interessanterweise empfiehlt die WA in ihrem Coaching Manual Level 1 das Stringwalking bzw. einen starken Untergriff zum Heranführen ans Schießen. Liegt wohl daran, dass man damit schneller was trifft.
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Re: Was passiert beim Stringwalking

Beitrag von heisem » 9. Dez 2018, 15:00

Es gibt aber auch physiologische Einschränkungen, die verhindern können, dass man Stringwalking gut schießen kann. John Demmer, den ich sehr verehre, schießt immer mit abgeklebter Nasenspitze, da er über den Pfeil und die Pfeispitze zielt. Es muss die Nocke also unter dem Auge liegen, die Sehne müsste bei seinem Visierbild leicht rechts neben der Spitze liegen. Ich habe interessenhalber mal versucht, das nachzubilden, aber es würde aus drei Gründen nicht gehen: Ich fand keinen sauberen Ankerpunkt, der das abbildete, und hätte ich einen gefunden, würde die Sehne aufgrund meiner großen Nase ständig gegen die Nasenspitze knallen. Und schlussendlich würde bei mir bei so einem Ankerpunkt die Sehne ständig meine Brille wegdrücken.
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