Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Methodik, Mentales, ...
b_der_k_te
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von b_der_k_te » 7. Feb 2019, 13:10

ullr hat geschrieben:
6. Feb 2019, 14:29
[OT]
Möglicherweise stecken in diesem Ansatz Bestrebungen, ideologischen "Ansichten " - Links ist böse, des Teufels, hinterhälig, satanisch eine Pseudobegründung zu geben. Wieviel Kinder wurden bis vor kurzem in der Schule regelrecht gequält, nicht mit der "bösen" Hand zu schreiben.
[/OT]
Christian
Mag sein, allein daran glauben möchte ich nicht. Keine Ahnung welche Nationen ebenfalls keine Linkshandschützen unterstützen. Korea? - zumindet habe ich davon schon ein paar Mal gehört. Ob diese Mentalität, wie Du sie unterstellst, auch in jenen Ländern noch vorherrscht?
Bögen müssen sowieso seit jeher mit beiden Händen angefaßt werden - und waren trotzdem stets wichtige Utensilien. Ist ja nicht so als ob die Türkei keine bedeutende Geschichte des Bogenschießens hätte.

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Burki
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von Burki » 7. Feb 2019, 20:03

Hmm, ich könnte mir vorstellen, daß alles nur eine Frage des Lernens ist.
Da ich selbst mit beiden Augen zielen kann (Natürlich ziele ich als Rechtshandschütze nicht mit links), glaube ich schon daß ich mich umstellen könnte.
Schließlich bewältige ich als Rechtshänder beim Gitarrespielen mit der linken Hand weit komplexere Aufgaben als mit der rechten. Hab ich so gelernt.
Ich weiß allerding nicht wie es ist, wenn man automatisch immer mit einem bestimmten Auge fokussiert.
Ein verdorbener Spaß ist noch genießbar...

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ullr
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von ullr » 10. Feb 2019, 11:05

Burki hat geschrieben:
7. Feb 2019, 20:03
Hmm, ich könnte mir vorstellen, daß alles nur eine Frage des Lernens ist.
...
Tja... Das ist so eine Sache. Das Gehirn umzuprogrammieren ist schon schwierig, wenn es nur um "angelernte" Bewegungsabläufe geht.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es nicht möglich ist, fest durch die Genetik (Entschuldigung, mir fällt als Laie kein anderer Ausdruck ein) vorgegebene Verhaltensweisen (Leitauge) durch "Exerzieren" umzuprogrammieren. Mir ist auch kein Fall bekannt. Mir sind aber selber schon Fälle untergekommen, dass selbst erwachsene Rechtshänder nicht wußten, dass ihr Leitauge "Links" war. Sie wunderten sich nur immer, dass sie auf der Kirmes nie trafen...
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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dreimaldiesechs
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von dreimaldiesechs » 10. Feb 2019, 19:46

ullr hat geschrieben:
10. Feb 2019, 11:05
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es nicht möglich ist, fest durch die Genetik (Entschuldigung, mir fällt als Laie kein anderer Ausdruck ein) vorgegebene Verhaltensweisen (Leitauge) durch "Exerzieren" umzuprogrammieren.
ich könnte mir schon vorstellen, dass man durch wochen- oder monatelanges abkleben des ursprünglichen Leitauges das andere zum Dominanten traininert. Ich habe von Experimenten gelesen, bei denen man Teilnehmern ständig eine Brille aufsetzte, die das Bild auf den Kopf stellte. Nach wenigen Wochen hat das Gehirn das wieder umgedreht und das Bild war dann ohne Brille auf dem Kopf.
Gruß! Thomas
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ullr
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von ullr » 10. Feb 2019, 19:50

dreimaldiesechs hat geschrieben:
10. Feb 2019, 19:46
ullr hat geschrieben:
10. Feb 2019, 11:05
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es nicht möglich ist, fest durch die Genetik (Entschuldigung, mir fällt als Laie kein anderer Ausdruck ein) vorgegebene Verhaltensweisen (Leitauge) durch "Exerzieren" umzuprogrammieren.
ich könnte mir schon vorstellen, dass man durch wochen- oder monatelanges abkleben des ursprünglichen Leitauges das andere zum Dominanten traininert. Ich habe von Experimenten gelesen, bei denen man Teilnehmern ständig eine Brille aufsetzte, die das Bild auf den Kopf stellte. Nach wenigen Wochen hat das Gehirn das wieder umgedreht und das Bild war dann ohne Brille auf dem Kopf.
Jetzt, wo Du das sagst,.... stimmt. ;) Dieser Versuch ist mir bekannt. Es wird also Möglichkeiten geben.
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von Burki » 10. Feb 2019, 22:35

Möglicherweise paßt zum Thema fokussieren noch folgende Annekdote:
Ich habe bisher immer das Korn fokussiert und die Scheibe unscharf gesehen. So wie das wahrscheinlich die meisten machen und z.Bsp. auch Ullr propagiert
Als Brillenträger hatte ich dazu noch das Problem mit der Verzerrung am Rand der Gläser. Bei mir als Rechtshänder also der linke Rand vom rechten Brillenglas.
In der letzten Zeit hatte ich vermehrt das Problem, daß durch die unscharfe Scheibe die einzelnen Farben immer mehr verschwammen.
Dadurch hatte ich immer wieder Konflikte zwischen dem Unterbewußtsein, das den Schuß exekutieren wollte und dem Bewußtsein, das meinte nöö, das paßt aber noch nicht (heftiges Zucken der Lösefinger).
Vor ca. drei Wochen hatte ich mit dem Jan Christopher Ginzel darüber geredet und er gab mir den Rat, das doch mal andersherum zu probieren. Also die Scheibe scharf und das Korn unscharf.
Das handhabe ich seitdem so, weil es für mich eine unglaubliche Erleichterung bedeutet (alleine schon weil die Scheibe ruhig steht). Ich bringe also das unscharfe Korn über die scharfe Scheibe und laß das Unterbewußtsein den Rest erledigen. Schuß wie immer unmittelbar auf Klick. Ich habe dadurch einen regelrechten Schub nach vorne in den Ergebnissen gemacht.
Und jetzt kommts:
In der ersten Zeit tauchten zwischendurch immer wieder kurz die alten Probleme auf und ich erwischte mich selbst immer dabei, daß ich in den alten Trott verfallen war und wieder das Korn fokussierte.
Mit Konzentration wieder die Scheibe scharfgestellt und alles war wieder gut.
Jetzt nach gut drei Wochen passiert das nicht mehr, ich habe es kapiert/umgelernt.
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von ullr » 11. Feb 2019, 03:00

Burki hat geschrieben:
10. Feb 2019, 22:35
...
Ich habe bisher immer das Korn fokussiert und die Scheibe unscharf gesehen. So wie das wahrscheinlich die meisten machen und z.Bsp. auch Ullr propagiert
...
Das "propagiere" ich nicht, da vertrete ich die allgemeine unter Schützen verbreitete Auffassung, dass das (Visier)Korn der Waffe scharf gesehen wird und Kimme(Sehne) /Ziel unscharf. Diese Auffassung deckt sich übrigens mit der Logik des Zielvorganges. Was einzelne Schützen machen, deckt sich nur mit der Pseudo-Logik des "Wer heilt hat Recht" Ansatzes.
Anektotische Evidenzen haben nur sehr beschränkten Wert.
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bkr_hro
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von bkr_hro » 11. Feb 2019, 15:30

Ein nie endendes Thema...

Ich bin inzwischen "kurz- bis mittelsichtig", lesen und PC geht auch ohne, aber ab spätestens 1,5 m brauche ich technische Hilfe - sprich Brille.
Ich schieße schon immer mit 2 offenen Augen, hatte nie auch nur andeutungsweise das Problem, dass das linke Auge das Zielen übernehmen wollte.

Da es mit einer normalen Gleitsichtbrille nicht funktioniert, nutze ich beim Schießen eine normale Fernbrille. Ziel ist scharf, Korn (kann Lochblende sein oder auch "Leucht"pin - aber der dicke !!! ) ist unscharf.

Um das Visier scharf sehen zu können, müsste ich doch also eine Lese- oder die Office-Brille (die für den PC-Monitor) aufsetzen - was wäre das Ergebnis ?
Total unscharfes Ziel.
Das würde ja vielleicht noch funktionieren, wenn da nur eine einzelne Scheibe stände.
Aber bei 10 oder mehr ?
So unscharf, dass die Nummer nicht erkennbar wäre ?
Und dann noch 2 dieser unscharfen Ziele / Zielgruppen ?

Nö, geht gar nicht.


------
Dass die Augen mit der jeweils "anderen" Hirnhälfte verbunden sind, war mir bekannt.

Was ich mich nie gefragt habe:
Sind denn bei Menschen mit Kreuzdominanz auch andere Dinge sozusagen seitenverkehrt ?

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Burki
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von Burki » 11. Feb 2019, 18:03

ullr hat geschrieben:
11. Feb 2019, 03:00
Das "propagiere" ich nicht,
Ok, sorry für den Ausdruck.
Mir gings auch nicht um richtig oder falsch, sondern darum daß meine Umgewöhnung eine Zeitlang brauchte, anfangs Schwierigkeiten auftauchten, aber letztendlich erfolgreich für mich war.
War heute wieder schießen und alles ist gut.
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Re: Rechts-und Linkshändigkeit, Leitauge

Beitrag von sk90 » 12. Feb 2019, 10:58

Zum Experiment mit der "auf den Kopf dreh Brille":

Ja, das funktioniert, dauert aber keineswegs Monate, sondern nur wenige Tage, bis sich das Hirn darauf eingestellt hat. Dieser Umstand wird bei operativen Korrekturen von Augenfehlstellungen ("Schielen") ausgenutzt. Man bekommt Tage vor der OP Prismen auf die Brille geklebt, die den Stand der Augen nach der OP simulieren, damit man anschliessend nicht doppelt sieht.

Der Haken:

Es dauert wie gesagt wenige Tage, sich dran zu gewöhnen, es "dreht" sich aber ebenso schnell nach "Entwöhnung" wieder zurück. Nix mit dauerhaftem "Umlernen"...

Man hat früher schielenden Kindern über lange Zeiträume das dominante Auge abgeklebt, um das andere Auge zu trainieren und in der Hoffnung, dass sich damit auch die Fehlstellung ein Stück weit korrigieren liesse. Soweit ich weiss, macht man das heute nicht mehr. Weil es nichts bringt. Unser Hirn ist zu anpassungsfähig.

Abdecken des dominanten Auges oder Umlernen auf die andere Hand bleiben daher imho die Einzigen Möglichkeiten, mit Kreuzdominanzen umzugehen. Wobei ich den Handwechsel für deutlich vernünftiger halte, zumal das dominante Auge logischerweise i.a.R. das "bessere" ist...

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