Vorbereitung auf Training und Wettkampf

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Kitty
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von Kitty » 9. Nov 2018, 14:29

Zu dem Thema, bei dem ihr nur dran seid, gab es hier auch schon Mal eine Diskussion:

viewtopic.php?f=25&t=101


---

Und zum dem eigentlichen Thema von ullr.
Wenn ich einen Schuss im Geiste durchgehe, dann ist es ein Schuss mit meinen typischen Bewegungsabläufen und so wie er sein sollte. Lösen leicht nach außen, was bei mir mit unter noch mal vorkommt, sehe ich im Geiste eher nicht. Ich sehe ein Lösen schön nach hinten, wie es auch mal bei mir vorkommt.
BOGEN: MK Alpha RH~Uukha VX1000 68"~ca. 36# bei 29,7"~BYC8125G 16 Strang ~Shrewd VBar
~Easton X10 Stabis~Tec-hro Microclicker~Shibuya Ultima Rest~Beiter Button~SureLoc Quest X
PFEILE: Easton X7 1914 & ACE 670

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ullr
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von ullr » 9. Nov 2018, 18:41

Es geht mir ja wirklich um den tatsächlichen Ablauf von Vorbereitung und Schießen. Wie man sich körperliche Kondition antrainiert, ist ein anderer Fall, genauso wie das Ändern des Schießstiles aus irgendwelchen Gründen.
Praxis:
Wir haben einer jungen, schlanken, sportlichen Frau Bogenschießen beigebracht. Sie hat sich geistig und körperlich sehr geschickt angestellt. Nach der Ausbildung erhielt sie ihren Mietbogen, das war schon mal von der Masse des Bogens inklusive Monostabi ein Ding für sich. Für sie. ;) Nach ein paar Schwierigkeiten hat sie sich an das höhere Zuggewicht, die größere Masse des Bogens, das Verhalten der Waffe nach dem Schuß gewöhnt, sie kommt regelmäßig zum Training und wurde kurz darauf auf Klicker umgestellt:
10m unter intensiver Beobachtung, sehr viele Schüsse innerhalb von zwei Stunden, auf die harte Tour. Sie hat Konditionsprobleme bekommen, nach dieser Lehrstunde war sie Fix und Foxi.
Die nächste Trainingseinheit war 18m, Schießen auf den schwarzen Punkt der 50m KK-Gewehr Auflage, in einer Passe nur 3 Schuss, auch diese Einheit unter Beobachtung. Hier wendete die junge Frau jetzt das Vorbereiten auf den nächsten Schuss so an wie von mir beschrieben. Und ja, die Treffbildgröße der drei Pfeile schrumpfte erheblich und die Treffer auf den schwarzen Punkt nahmen richtig zu. Keine Konditionsprobleme, nur Zufriedenheit mit dem Ergebnis.
Ich will -um Gottes Willen- nicht die Vorzüge des Konditionstrainings abwerten, aber hier geht es mir um die Vorbereitung auf den nächsten Schuss und das Einbinden dieses wichtigen Teils in das Training. Ich bin überzeugt davon, dass alleine das gedankliche Durchgehen des Schusses vor dem eigentlichen Schuss sehr viel Auswirkung auf die Konstanz und den Zeitablauf der Bewegungen hat.
Der nächste Schritt wird sein, diese gedankliche Beschäftigung in die Zeit zwischen Aufbau der Ausrüstung und Start des Trainings/Wettkampfes fest in den gesamten Ablauf einzubinden.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
ullr
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mark1968
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von mark1968 » 11. Sep 2020, 22:26

Hallo zusammen,

war eine ganze Weile nicht hier (muss ich zu meiner Schande gestehen) 8-) Neues Laptop und nicht alle Favoriten aus dem alten Browser übernommen. Aber ok. :)

Zum Thema mentales Aufwärmen bzw. das Visualisieren gibt eine schöne Übung:
1 Arrow - 3 Shots

Dazu noch vielleicht die Ergänzung:
Man muss für sich herausfinden, wie "anstrengend" das vor- und nacher Visualisieren anstrengt. Unserem Gehirn ist es ja egal, ob wir uns den Schuss nur vorstellen oder ihn real ausführen. Wer einmal eine komplette Runde mit diesem Tool schießt, kann durchaus feststellen, dass er sich erschöpfter fühlt. Sein Gehirn meint ja statt z.B. 36 Pfeile, 108 Pfeile geschossen zu haben. Daher würde ich die komplette Übung eher im Training platzieren und im Turnier nur in der "Mind-Set-Phase" die Visualisierung. Nach dem Schuss sollte man dann nur noch in sich hören und auf sein Gefühl achten, wie man den Schuss empfunden hat. Ein gutes Gefühl spiegelt sich sehr oft in der Trefferlage wieder.
Wie schon erwähnt, gehört die mentale Vorbereitung sowohl ins Training wie auch ins Turnier. Zum einen bereitet sie den Schützen eben innerlich auf das Schießen vor zum anderen kann er so all das ausblenden, was er u.U. als Störfaktoren gedanklich (Anfahrtsstress, Arbeitsstress etc.) mit sich bringt ausblenden und das Training/Turnier als eine geschlossene Einheit sehen. Daher empfehle ich auch am Ende von Training & Turnier eine Entspannungsübung. Ob in Form von autogenem Training oder als Atementspannung kann jeder für sich selbst herausfinden und anwenden.

Gruß
der Markus
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ullr
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von ullr » 12. Sep 2020, 09:00

mark1968 hat geschrieben:
11. Sep 2020, 22:26
Hallo zusammen,

war eine ganze Weile nicht hier (muss ich zu meiner Schande gestehen) 8-) Neues Laptop und nicht alle Favoriten aus dem alten Browser übernommen. Aber ok. :)

Zum Thema mentales Aufwärmen bzw. das Visualisieren gibt eine schöne Übung:
1 Arrow - 3 Shots

Dazu noch vielleicht die Ergänzung:
Man muss für sich herausfinden, wie "anstrengend" das vor- und nacher Visualisieren anstrengt. Unserem Gehirn ist es ja egal, ob wir uns den Schuss nur vorstellen oder ihn real ausführen. Wer einmal eine komplette Runde mit diesem Tool schießt, kann durchaus feststellen, dass er sich erschöpfter fühlt. Sein Gehirn meint ja statt z.B. 36 Pfeile, 108 Pfeile geschossen zu haben. Daher würde ich die komplette Übung eher im Training platzieren und im Turnier nur in der "Mind-Set-Phase" die Visualisierung. Nach dem Schuss sollte man dann nur noch in sich hören und auf sein Gefühl achten, wie man den Schuss empfunden hat. Ein gutes Gefühl spiegelt sich sehr oft in der Trefferlage wieder.
Wie schon erwähnt, gehört die mentale Vorbereitung sowohl ins Training wie auch ins Turnier. Zum einen bereitet sie den Schützen eben innerlich auf das Schießen vor zum anderen kann er so all das ausblenden, was er u.U. als Störfaktoren gedanklich (Anfahrtsstress, Arbeitsstress etc.) mit sich bringt ausblenden und das Training/Turnier als eine geschlossene Einheit sehen. Daher empfehle ich auch am Ende von Training & Turnier eine Entspannungsübung. Ob in Form von autogenem Training oder als Atementspannung kann jeder für sich selbst herausfinden und anwenden.

Gruß
der Markus
Das ist ein Super Video , super Darstellung, alles logisch und m.M.n. Stand des Wissens. Kompliment für Deine Darstellung. Ich werde heute oder morgen auf meiner Website einen Link zu diesem Video setzen.
Seit langer Zeit bilden wir (meine Frau und ich) Anfänger von Beginn an nach diesen Ansatz aus. Ich versuche auch fertige Schützen/Innen zu motivieren, bei ihrer Vorbereitung auf Training und Wettkampf die Windmühlenspiele und Abschnappen des Therabandes einzuschränken und durch ein fünfminütiges Mentaltraining in Verbindung mit autogenen Training zu ersetzen... Keine Reaktion.
Leider bekommt man vom Verein (den offiziellen Trainern) keine Unterstützung, dieses Verfahren wird praktisch negiert. Aber das ist mir inzwischen auch egal...
Nochmals "Dankeschön"
lass es Dir gutgehen, und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
SCHÖN, DASS DU WIEDER HIER SCHREIBST! :D
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mark1968
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von mark1968 » 12. Sep 2020, 09:35

ullr hat geschrieben:
12. Sep 2020, 09:00

Das ist ein Super Video , super Darstellung, alles logisch und m.M.n. Stand des Wissens. Kompliment für Deine Darstellung. Ich werde heute oder morgen auf meiner Website einen Link zu diesem Video setzen.
Seit langer Zeit bilden wir (meine Frau und ich) Anfänger von Beginn an nach diesen Ansatz aus. Ich versuche auch fertige Schützen/Innen zu motivieren, bei ihrer Vorbereitung auf Training und Wettkampf die Windmühlenspiele und Abschnappen des Therabandes einzuschränken und durch ein fünfminütiges Mentaltraining in Verbindung mit autogenen Training zu ersetzen... Keine Reaktion.
Leider bekommt man vom Verein (den offiziellen Trainern) keine Unterstützung, dieses Verfahren wird praktisch negiert. Aber das ist mir inzwischen auch egal...
Nochmals "Dankeschön"
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Hallo Christian,

danke für das Lob. :)
Ja, da gebe ich dir Recht- vielen fällt das Mentaltraining immer noch schwer. Insbesondere als Aufwärmübung. Obwohl wirklich jeder Spitzensportler es vormacht, wie wichtig es ist, sich vor einem Wettkampf auch mental vorzubereiten.
Ich selbst mache vor meinen Workshops meine mentalen Übungen (Atementspannungsübungen, autogenes Training, Tai Chi-Übungen u.a.). Um mich auf den Tag selbst vorzubereiten und meinen Kopf von allem zu befreien, was eben nicht in einen solchen Workshop gehört.

Gruß
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von Abow » 13. Sep 2020, 09:46

Die erste Herausforderung dabei ist die – möglichst – präzise Vorstellung vom perfekten Schuss.
Zwischen „Anfängern“ und den (unterschiedlichen) Vorbildern von „Spitzensportlern“ liegt ein
sehr weites Feld, das in vielfacher Hinsicht ständig kultiviert werden will, auch mit Blick auf
die Balance zwischen Spaß und „Leiden“schaft.

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mark1968
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von mark1968 » 13. Sep 2020, 17:20

Abow hat geschrieben:
13. Sep 2020, 09:46
Die erste Herausforderung dabei ist die – möglichst – präzise Vorstellung vom perfekten Schuss.
Zwischen „Anfängern“ und den (unterschiedlichen) Vorbildern von „Spitzensportlern“ liegt ein
sehr weites Feld, das in vielfacher Hinsicht ständig kultiviert werden will, auch mit Blick auf
die Balance zwischen Spaß und „Leiden“schaft.
Hier gibt es auch sinnvolle Dinge, die man tun kann. Viele kennen das sicher, dass sie ein "Idol" haben. Meine waren immer Darrel Pace und Rick McKinney. Auf alten Bildern von mir erkennt man das auch. Seine Idole zu beobachten (heute eben auf Youtube-Videos oder wenn möglich live) kann man bewusst tun. Und somit sind wir im "observativen Lernen/Training". Hierbei werden unsere Spiegelneuronen aktiviert und wir führen diese Bewegungen gedanklich mit aus. Das kennt jeder, der im TV/YT mal mit Begeisterung z.B. ein Turnier schaut und feststellt, dass sich anfühlt, als würde man selbst den Bogen gerade festhalten, die Rückenmuskeln anspannt, die Finger krümmt und plötzlich entspannt u.a.

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Mentaltraining

Beitrag von Abow » 13. Sep 2020, 18:25

Danke! Dann bin ich mal gespannt, ob sich dieses
nicht mehr ganz neue Video mit Sung Hyun Park
https://www.youtube.com/watch?v=NxvmOPe6Fx4
und das Mental Tool 1 ARROW 3 SHOTS – visualisieren,
ausführen, vergleichen – in meinem Training kombinieren
lassen und wozu dies führt.

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Re: Mentaltraining

Beitrag von mark1968 » 13. Sep 2020, 19:41

Abow hat geschrieben:
13. Sep 2020, 18:25
Danke! Dann bin ich mal gespannt, ob sich dieses
nicht mehr ganz neue Video mit Sung Hyun Park
https://www.youtube.com/watch?v=NxvmOPe6Fx4
und das Mental Tool 1 ARROW 3 SHOTS – visualisieren,
ausführen, vergleichen – in meinem Training kombinieren
lassen und wozu dies führt.

Im BSM Nr.6 Dezember 2019/Januar 2020 ist ein Artikel über "Spiegelneuronen" und "Observatives Lernen" drin.
Würde mich freuen, wenn du dann später mal ein Feedback gibst, ob und wie das für dich funktioniert hat. :)

Gruß
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Re: Vorbereitung auf Training und Wettkampf

Beitrag von ullr » 14. Sep 2020, 08:57

Über den Gartenzaun geschaut. Hier ein Kurzes Video über einenHochleistungsgewehrschützen. Es wird m.M.n. sehr gut sichtbar, wie wichtig mentales Training ist. Und ich denke, für jede Leistungsstufe
Mentales Training, Gewehrschütze
Mich freut es, dass soetwas mal in einer weitverbreiteten Zeitschrift erscheint, und es ärgert mich schon jahrelang, dass dieses Thema (Mentales Training) in der Ausbildung der Bogenschützen und den Fachveröffentlichungen praktisch negiert wird. Es ist schwierig, auch ich habe lange gebraucht um mich da einzulesen und die Schlußfolgerungen tatsächlich zu akzeptieren.
Gruß und klar doch,
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