Performancegewinn durch Carboneinlage

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Waldgeist
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Performancegewinn durch Carboneinlage

Beitrag von Waldgeist » 16. Mai 2020, 10:31

Gibt es Untersuchungen und Erkenntnisse - ggf. auch persönliche Wahrnehmungen - zum Performancegewinn von Bögen oder genauer Wurfarmen eines identischen Bogens (vor allem in punkto Zugstärke nach AMO)
a. glasbelegt, jedoch ohne Carboneinlage zu
b. glesbelegt und zusätzlicher Carboneinlage ?
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ullr
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Re: Performancegewinn durch Carboneinlage

Beitrag von ullr » 16. Mai 2020, 15:09

Waldgeist hat geschrieben:
16. Mai 2020, 10:31
Gibt es Untersuchungen und Erkenntnisse - ggf. auch persönliche Wahrnehmungen - zum Performancegewinn von Bögen oder genauer Wurfarmen eines identischen Bogens (vor allem in punkto Zugstärke nach AMO)
a. glasbelegt, jedoch ohne Carboneinlage zu
b. glesbelegt und zusätzlicher Carboneinlage ?
Ich habe mich vor Jahren mal ziemlich intensiv mit Carbongewebe beschäftigt. Carbon hat ja in Richtung der Faser eine unglaubliche Festigkeit und geringe Reißdehnung bei extrem geringem Gewicht. Das bedeutet, dass du bei Carbonfasern, wenn Du sie in Richtung der Belastung legst, richtig hohe Biegefestigkeiten bekommst. Oder anders gesagt, Du kannst nie eine Wurfarmkonstruktion verwenden, die die Fasern in Zugrichtung hat und einen Faseranteil von über, jetzt als Hausnummer mehr als 10% hat. Der Rest ist Glasfaser und die Matrix, irgendein Kunststoff als Trägermaterial. Die sog. "Carbon"wurfarme haben nie auch nur andeutungsweise die Versprechungen erfüllt, die die Werbung machte. Bei kreuzweiser Anordnung der Carbonfasern sieht es ziviler aus, aber da werden die Carbonfasern auch nicht andeutungsweise so belastet, wie es sein könnte. Die Matrix, der Trägerkunststoff nimmt dann einen Großteil der Spannungen auf. Ich habe früher Seminare abgehalten, da war auch eine Projektrechnung dabei, wenn man den Glasanteil vollständig durch Carbon ersetzen würde. Die dyn. rel. Wurfarmmasse änderte sich bei einem 40lbs Bogen von 80g auf 32g, die Flugzeit des Pfeiles auf 90m änderte sich von 1,66s auf 1,59s Also nicht der Rede wert... Aber in dieser Form wäre es aus konstruktiven Gründen nicht gegangen. Das heißt, der Einfluss der Carbonfaser im Vergleich zur Glasfaser lohnte sich nicht. Die Schützen*Innen haben's nicht gerne gehört...
:lol:
Aber die Herstellerfirmen haben sich ....OK... zensiert... an den neuen "High-Tec" Wurfarmen verdient...
Ich schieße meinen Yamaha übrigens immer noch mit den geilen Glasfaserwurfarmen...
Nicht das Geschmäckle aufkommt, ich rede nur vom Werkstoff Carbon, nicht von der Gesamtkonstruktion der Wurfarme... ;)
Gruß, bleib gesund und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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Waldgeist
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Re: Performancegewinn durch Carboneinlage

Beitrag von Waldgeist » 16. Mai 2020, 21:52

Dahin gehen auch meine Befürchtungen - für die letzten 5 fps darfst Du dann noch mal 200 € ggf. auch mehr hinblättern.
Bleibt natürlich jedem überlassen, wie er dazu steht. :?
(Das Thema der Architektur der WA habe ich hier bewusst nicht aufgerufen.)
Danke für die Aufklärung und - na klar - auch Dir gute Gesundheit und all the best!
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